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Im Februar war in der Seenplatte ein Mensch mehr arbeitslos gemeldet als im Januar. Insgesamt waren es 12.288 Menschen ohne Beschäftigung. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres sind es 1.009 Arbeitslose mehr.

Arbeitsagenturchef Besse: „Im Februar zeigt sich eine gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in der Seenplatte – die geprägt ist von wirtschaftlichen, geopolitischen aber auch saisonalen Einflüssen. So ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit – gegenüber dem Januar – gestoppt, die Nachfrage nach Arbeitskräften gewinnt deutlich an Fahrt und die Zahl der offenen Stellen ist auf hohem Niveau. Aufgrund dieser Fakten rechne ich mit einer kräftigen Frühjahrsbelebung. Der Arbeitsmarkt im Landkreis hat fast wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht.“

Thomas Besse. Foto: B4B MV

Auswirkungen des Krieges und der globalen Entwicklungen lassen sich dennoch am Arbeitsmarkt in der Seenplatte beobachten: „Direkte Effekte lassen sich in Folge der hohen Fluchtmigration in den Arbeitsmarkt- und Grundsicherungsstatistik erkennen. Indirekte Effekte zeigen sich z. B. über gestörte Lieferketten“, sagte Besse: „Und es gibt weiterhin eine Zurückhaltung bei der Neumeldung von Arbeitsstellen. Rund 580 – durch unseren Arbeitgeberservice akquirierte offene Stellen sind auch für einen Monat in der Winterpause wenig (dreijähriges Mittel – vor der Pandemie: durchschnittlich 861). Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass sich mit 711 deutlich weniger Menschen in einem Februar neu oder erneut arbeitslos melden mussten (im dreijährigen Mittel vor der Pandemie durchschnittlich 1.155). Das zeigt: Die Unternehmen halten an ihren Fach- und Arbeitskräften fest. Damit ist das Risiko in unserem Landkreis – neu oder erneut arbeitslos zu werden – so gering wie noch nie“, sagte der Arbeitsagenturchef.

„Wir beobachten“ – so Besse weiter – „dass insbesondere Arbeitgebende in witterungsabhängigen Branchen begonnen haben, ihre entlassenen Arbeitskräfte zurückzuholen. Das ist auch mit einer Zunahme der Stellenmeldungen, aus diesem Bereich, vergesellschaftet.“ Die Zahl der offenen Stellen steigt – auf jetzt 2.973. Damit ist die Zahl der gemeldeten freien Stellen – im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar – noch rückläufig, aber weiterhin auf hohem Niveau. Das ist für den Agenturchef „Fluch und Segen zugleich“. „So sehr wir uns über die vielen offenen Stellen freuen, führt das in einzelnen Branchen zu großen Besetzungsproblemen.“ Die größte Nachfrage gab es im Februar aus den Bereichen Baugewerbe (395 freie Stellen im Bestand), verarbeitendes Gewerbe (371), Gesundheits- und Sozialwesen (318) im Gastgewerbe (347) swie im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (312) sowie im Gastgewerbe mit 233.

Kurzarbeit deutlich zurückgegangen

Ein weiteres Indiz für die Erholung am Arbeitsmarkt sieht Besse im deutlichen Rückgang der Kurzarbeit. “Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im Oktober vergangenen Jahres 22 Mitarbeitende aus acht Unternehmen in Kurzarbeit. Das ist kein Vergleich zu den Höhepunkten während der Corona-Pandemie. Gerade während dieser Phasen hat die Kurzarbeit ihre Stärken ausgespielt, sie hat Beschäftigung gesichert und mögliche Arbeitslosigkeit verhindert. Davon profitieren wir heute: Ohne die Möglichkeit zu Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit heute vermutlich höher. Auch das ist ein wichtiger Grund für die stabile Erholung am Arbeitsmarkt, die wir derzeit erleben.”

Fast jede/r zweite Arbeitslose in der Seenplatte hat keinen Berufsabschluss. Im vergangenen Jahr gab es im Schnitt 4.489 Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Das waren 42 Prozent aller Arbeitslosen. „Der Arbeitsmarkt ist schon heute von gravierenden Veränderungen durch den technischen Fortschritt – der insbesondere gering qualifizierte Arbeit freisetzt, sowie ein sich verschärfender Fachkräftemangel geprägt. Das Thema Weiterbildung gewinnt damit immer mehr an Bedeutung. Es wird künftig kaum noch Situationen im Leben geben, in der sich eine Weiterbildung nicht lohnt. Schon heute wissen wir: Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit, erhöht die Sicherheit im Job, verbessert die Aufstiegschancen und kann auch zu höheren Löhnen führen. Deshalb setzen wir auf die Weiterbildungsberatung für alle Menschen. Egal ob es sich um eine berufliche Neuorientierung, einen Aufstieg oder beruflichen Wiedereinstieg handelt – bei uns gibt es die professionelle Unterstützung für jedes Alter“, sagt Thomas Besse.