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Alte Kachelofenfabrik, Fabrik.Kino, Film, Gespräch, Letztes aus der DaDaeR, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Wenzel

Im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltungsreihe von zehn Neustrelitzer Institutionen zum Thema „Friedliche Revolution – Veranstaltungen zu ’35 Jahre Mauerfall‘ in Neustrelitz“ präsentiert das Fabrik.Kino in der Alten Kachelofenfabrik am 3. Oktober um 19.30 Uhr in einer soeben neu digitalisierten Fassung den DEFA-Film von 1990 „Letztes aus der DaDaeR“ von Jörg Foth mit Hans Eckardt Wenzel, Steffen Mensching, Irm Herrmann, Christoph Hein und Täve Schur in den Hauptrollen.
Zwei Clowns, Meh und Weh, sitzen in einer düsteren Gefängniszelle. Eine Dame mit Revolver serviert ihnen das Frühstück. Als sie es verspeist haben, brechen sie auf zu einer kabarettistischen Odyssee durch die DDR. Stationen sind unter anderem das Rüdersdorfer Zementwerk, in dem Gefangene den Zement für den Mauerbau produzierten, Industrieruinen, Mülldeponien, eine Veranstaltung im Kulturhaus, eine Ordensverleihung im Staatsratsgebäude und die Walpurgisnacht, wo sie sich in die Wiedervereinigungsfeier mischen und belächelt, beschimpft und schließlich verjagt werden. So beschreibt die DEFA den von ihr produzierten Film selbst.
Das Fabrik.Kino hat für diesen Abend WENZEL zum Filmgespräch eingeladen. Er hat sein Akkordeon dabei. Die Musikstücke im Film sind von Wenzel und Mensching und wurden vom DEFA-Sinfonieorchester eingespielt. Unter anderem hören wir im Film folgende Titel: „Brüder kommt die Füße hoch wir tanzen“, „Zeit vergänglich gut“, „Flug gebucht ins Neimandsland“, „Ach Deutschland“ und „Die Clowns gehör’n erschossen“.
Der Film hatte am 7. Oktober 1990 im Kino Babylon in Berlin Premiere und wurde im Osten von den Zuschauern begeistert aufgenommen, im Westen war es umgekehrt. Interessant ist auch, dass sämtliche Textzeilen, die die bekannte Fassbinder-Schauspielerin Irm Herrmann spricht, von Friedrich Hölderlin stammen, und der Schriftsteller Christoph Hein ausschließlich aus Texten von Gustave Flaubert und Arno Schmidt zitiert. „Der 3. Oktober, der mit dem Ende der DDR 1990 zum Feiertag in der ganzen BRD erklärt wurde, ist sicher ein gutes Datum für eine kritische Reflexion über das Ende dieses 2. deutschen Staates“, so Horst Conradt, Kinoleiter am Sandberg.
Um Platzreservierung wird gebeten unter der Telefonnummer 03981 20 31 45.