Mit der Ausstellung „Im Hier Im Jetzt. Karlheinz Wenzel“ startet die Kunstsammlung Neubrandenburg eine neue Ausstellungsreihe, die künftig regelmäßig Künstlerinnen und Künstler aus Neubrandenburg und der Region in den Mittelpunkt stellt. Die Reihe soll lokal arbeitenden Kunstschaffenden eine institutionelle Plattform bieten, Werke aus der Sammlung sichtbar machen und einen Dialog auf Augenhöhe ermöglichen.
Der Freundeskreis und das Team der Kunstsammlung Neubrandenburg trauern um Karlheinz Wenzel. Der Künstler ist am 26. Oktober im Alter von 93 Jahren verstorben ist. „Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie sowie allen, die ihn begleiteten“, heißt es in einem Nachruf des Freundeskreises auf sein Ehrenmitglied.
In der „Filmreihe Konrad Wolf zum 100. Geburtstag“ kommt der letzte Film von Konrad Wolf mit dem Titel „Busch singt“ am 8. Oktober um 19 Uhr in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz zur Aufführung. Es ist ein Film über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, dessen verbindendes Glied die Lebensgeschichte von Ernst Busch darstellt. Die Gesänge von Ernst Busch kommentieren die Bilder und Ereignisse im Jahr 1935: mit der Einführung der Wehrpflicht, des Arbeitsdienstes, dem Beginn der militärischen Aufrüstung und schließlich mit der Verabschiedung der Nürnberger Rasse-Gesetze werden die Grundsteine für den Zweiten Weltkrieg und für die Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland gelegt.
Der Kulturwissenschaftler, Autor, Sänger und Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel – bekannt als WENZEL – ist zusammen mit Antje Vollmer Autor des Buchs „konrad wolf – chronist im jahrhundert der extreme“. Er wird zur der Vorführung am 8. Oktober anwesend sein, wird eine Einführung in das Werk von Konrad Wolf geben und wird auch nach dem Film noch zum Gespräch zur Verfügung stehen.
Im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltungsreihe von zehn Neustrelitzer Institutionen zum Thema „Friedliche Revolution – Veranstaltungen zu ’35 Jahre Mauerfall‘ in Neustrelitz“ präsentiert das Fabrik.Kino in der Alten Kachelofenfabrik am 3. Oktober um 19.30 Uhr in einer soeben neu digitalisierten Fassung den DEFA-Film von 1990 „Letztes aus der DaDaeR“ von Jörg Foth mit Hans Eckardt Wenzel, Steffen Mensching, Irm Herrmann, Christoph Hein und Täve Schur in den Hauptrollen.
Zwei Clowns, Meh und Weh, sitzen in einer düsteren Gefängniszelle. Eine Dame mit Revolver serviert ihnen das Frühstück. Als sie es verspeist haben, brechen sie auf zu einer kabarettistischen Odyssee durch die DDR. Stationen sind unter anderem das Rüdersdorfer Zementwerk, in dem Gefangene den Zement für den Mauerbau produzierten, Industrieruinen, Mülldeponien, eine Veranstaltung im Kulturhaus, eine Ordensverleihung im Staatsratsgebäude und die Walpurgisnacht, wo sie sich in die Wiedervereinigungsfeier mischen und belächelt, beschimpft und schließlich verjagt werden. So beschreibt die DEFA den von ihr produzierten Film selbst.
Das Fabrik.Kino hat für diesen Abend WENZEL zum Filmgespräch eingeladen. Er hat sein Akkordeon dabei. Die Musikstücke im Film sind von Wenzel und Mensching und wurden vom DEFA-Sinfonieorchester eingespielt. Unter anderem hören wir im Film folgende Titel: „Brüder kommt die Füße hoch wir tanzen“, „Zeit vergänglich gut“, „Flug gebucht ins Neimandsland“, „Ach Deutschland“ und „Die Clowns gehör’n erschossen“.
Unter dem Motto „Trotz alledem und alledem!“ werden anläßlich des 175. Jahrestages der 48er-Revolution die Liedermacher Wenzel, Körbel und Letz am 26. September um 19.30 Uhr in der Fabrik.Scheune der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz ein Konzert geben. Einer der führenden Köpfe der 48er-Revolution in Neustrelitz war Daniel Sanders, damals 28 Jahre alt und Direktor der jüdischen Freischule in Alt-Strelitz war. Er gab zusammen mit dem Berliner Satiriker Adolf Glaßbrenner, der seit 1840 in Neustrelitz lebte, die revolutionäre Zeitung „Blätter für freies Volksthum“ heraus, die vom 2. Juli 1848 bis März 1849 erscheinen konnte.
Im Sinne dieser freiheitlichen Gedanken werden die bekannten Liedermacher Wenzel, Körbel und Letz sich auch beziehen auf die Forderungen der damaligen demokratischen Bewegung und sich in ihren Liedern für die Freiheit der Gedanken und für die Abschaffung der Privilegien für wenige einsetzen. Ganz im Sinne auch von Ferdinand Freiligrath, der 1848 dichtete: „Mit Huf und Horn und alledem – Trotz alledem und alledem – Trotz Dummheit, List und alledem – Wir wissen doch: die Menschlichkeit behält den Sieg trotz alledem!“
Der „Verein für Kultur, Umwelt und Kommunikation e.V.“ lädt – zusammen mit dem „Neustrelitzer Kulturrat e.V.“ – alle Neustrelitzerinnen und Neustrelitzer ein, an der Veranstaltung teilzunehmen, Der Eintritt beträgt 12 Euro, für Schülerinnen und Schüler nur 6 Euro. Um Vorbestellungen unter der Telefonnummer 03981 – 20 31 45 wird gebeten, oder es kann auch übers Internet direkt ein Ticket gebucht werden: www.basiskulturfabrik.de/Scheunenveranstaltungen. Die Veranstaltung ist gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für die Kultur und Medien.