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Ein Foto zur Erinnerung an das Dienstjubiläum von Monika Lindstädt, auf dem Bild neben ihrem Mann Gerd, von rechts Henning Luhmann und Norbert Stier.

In der Agrargenossenschaft Wesenberg wurde heute ein seltenes Jubiläum gefeiert. Buchhalterin Monika Lindstädt blickt auf sage und schreibe 50 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück. Bei einem Gläschen Sekt, Kaffee und Kuchen wurde die 66-Jährige am Nachmittag standesgemäß gewürdigt. Vorstand Henning Luhmann bezeichnete es als eine „große Ehre“ für sich, seit seinem Eintreten in das Unternehmen 2010/11 Monika Lindstädt „durch alle Höhen und Tiefen“ zur Seite gehabt zu haben. „Nicht viele Menschen arbeiten fünf Jahrzehnte für eine Firma. Das ist wirklich sehr beeindruckend, und ich bin meiner Mitarbeiterin unendlich dankbar. Wir haben uns vom ersten Tag an gut verstanden. Monika Lindstädt war immer eine Bereicherung für unser Team, wir konnten uns stets auf sie verlassen mit all ihrer Ruhe, aber auch Ihrem Rückgrat. So eine Mitstreiterin muss man im beruflichen Alltag erst einmal finden“, betonte Luhmann. Er hoffe, dass ihm seine Buchhalterin, zuletzt geringfügig beschäftigt, noch einige Zeit erhalten bleibt.

„Mit Ihrer Frau kann man Pferde stehlen“, so der Vorstand, an Monika Lindstädts Ehemann Gerd gewandt. Was dem nicht neu gewesen sein dürfte, gefreut hat es ihn trotzdem. An der von Kolleginnen liebevoll dekorierten Kaffeetafel Platz genommen hatte auch Norbert Stier, ehemaliges Vorstandsmitglied und langjähriger Wegbegleiter von Monika Lindstädt. Er hatte Strelitzius zur Feier dazugeholt, der ebenfalls seit langer Zeit mit Wesenbergs letzter Ackerbürgerin bekannt ist.

Neben einem großen Blumenstrauß für die gelernte Wirtschaftskauffrau gab es ein Fotobuch „Monika Lindstädt 1973 bis 2023“, in dem sich auch eine Beurteilung aus ihrer Lehrzeit fand. Die wurde natürlich noch einmal verlesen, und siehe da, auch ihr Ausbilder war bereits voll des Lobes. „Ich musste sehr an mich halten“, gestand mir die heute Geehrte gerührt bei einer kurzen Auszeit in ihrem Büro. „Meine Arbeit liebe ich unverändert, und das Verhältnis zu meinen Kollegen einschließlich Chef ist einfach nur toll. Ich kann echt nicht meckern. Außerdem brauche ich die Abwechslung.“ Womit dann auch die Frage beantwortet war, ob sie der Genossenschaft noch ein wenig die Treue hält. Immerhin, mit der Lindstädtschen Landwirtschaft gibt es auch jede Menge zu tun, und man wird ja nicht jünger.

Kaffeetrinken nur das Vorspiel

Viel zu erzählen gab es am Nachmittag in der noch aus DDR-Zeiten stammenden Baracke zwischen Wesenberg und Wustrow, die inzwischen nostalgischen Charme besitzt und in der Monika Lindstädt seit rund 40 Jahren ihren Schreibtisch hat. Ihren ersten Arbeitsplatz hatte sie übrigens am Ortseingang der Woblitzstadt aus Richtung Neustrelitz, wo heute Axel sein schmackhaftes Softeis verkauft. Damals gab es noch die KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion). Gleich nebenan residierte die LPG „Florian Geyer“, die nach der politischen Wende im Osten Deutschlands zur Agrargenossenschaft Wesenberg wurde.

Apropos erzählen: Nicht verraten wurde an diesem Nachmittag, dass das Kaffeetrinken nur das Vorspiel war. Am Abend wartete eine Überraschungsparty mit etlichen weiteren Gästen in der Wesenberger Traditionsgaststätte „Bodinka“ auf Monika Lindstädt. Auch mir wurde Schweigen auferlegt. Jetzt ist es 20.30 Uhr, da kann ich es wohl brechen.