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Die Präsidentin der Akademie der Künste und Filmemacherin Jeanine Meerapfel und der Musiker Floros Floridis kommen zum Filmgespräch am Sonnabend, 10. Dezember, um 19.30 Uhr, in das Kino in der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz. Gezeigt wird die neueste Arbeit der deutsch-argentinischen Regisseurin „Eine Frau“.

Dieser Film handelt von der Mutter Jeanine Meerapfels, von Marie-Louise Chatelaine, die von allen nur „Malou“ genannt wird und die in Burgund zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in armen Verhältnissen aufwächst. Sie heiratet später den deutschen Tabakhändler Karl Meerapfel und hat damit scheinbar das große Los gezogen. Als die Nazis an die Macht kommen, wandert das Ehepaar nach Argentinien aus. Hier wird 1943 ihre zweite Tochter Jeanine geboren, die später nach Deutschland gehen und Filme machen wird.

In Argentinien angekommen, währt das Glück nicht lange. Karl verlässt seine Frau für eine andere und lässt sich scheiden. Malou zieht mit ihren Töchtern in eine kleine Wohnung, bevor sie noch weiter absteigt. Vereinsamt und verarmt stirbt sie schließlich mit nur 61 Jahren an Nierenversagen. In ihrem Dokumentarfilm hat sich ihre Tochter jetzt auf Spurensuche begeben.

„Eine Frau“ ist strukturiert wie ein assoziativer Bewusstseinsstrom, in dem die Bilder fließen, begleitet von einem inneren Monolog, von gelesenen Briefen, Anekdoten, Erzählungen und gefundenen Texten. Eine verschlungene Suche, die um Fragen der Herkunft, der Migration und der Erinnerung kreist. Unterlegt ist der Film mit einer sanften, improvisiert wirkenden Musik des griechischen Jazzmusikers und Klarinettisten Floros Floridis, die eine wunderbar offene und suchende Bewegung auslöst, die von den Bildern übernommen und fortgeführt wird.

Regisseurin Jeanine Meerapfel macht aus einer ergreifenden Hommage an ihre Mutter und die früh verstorbene Schwester Denis einen ebenso intimen wie breit angelegten poetischen und philosophisch-politischen Filmessay. „Wir begeben uns mit dem Film auf eine Zeitreise mit den zentralen Motiven Verfolgung, Antisemitismus, Flucht und Emanzipation und können nach dem Film mit der Regisseurin darüber sprechen. Unser Publikum sollte diesen spannenden Kinoabend nicht versäumen“, betont Horst Conradt von der Alten Kachelofenfabrik.