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Foto: Architectura virtualis/Holger Wilfarth

Die Residenzstadt Neustrelitz und das Land Mecklenburg-Vorpommern haben eine Vereinbarung über die denkmalgerechte Gestaltung des Schlossbergs in Neustrelitz abgeschlossen. Die Vereinbarung wurde heute im Rathaus der Residenzstadt von Bürgermeister Andreas Grund und Finanzminister Reinhard Meyer unterzeichnet. Mit dieser Vereinbarung soll die Aufwertung des Schlossbergareals – des Standortes des früheren Residenzschlosses der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz –  sichergestellt werden. Grundlage des Papiers ist der Beschluss der Stadtvertretung Neustrelitz vom 24. Oktober 2019.

In der Vereinbarung verpflichtet sich das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Keller des ehemaligen Residenzschlosses zu beräumen, sie mit einer Stahlbetondecke unter Nutzung der noch vorhandenen und verwendbaren Kappengewölbe zu überdecken und begehbar zu machen. Das Land trägt die für die Überdeckung des Kellers, dessen Begehbarmachung sowie die Oberflächengestaltung des früheren Schlossareals notwendigen Kosten. Eine Nutzung der Keller oder nutzungsbedingte Kostenbeteiligung durch das Land ist nicht vorgesehen. Grundlage für die Oberflächengestaltung des Schlossberges soll das Ergebnis des Gestaltungswettbewerbs bleiben.  Das Land Mecklenburg-Vorpommern sichert darüber hinaus eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 75 Prozent (maximal 3 Millionen Euro) an der Errichtung eines Schlossturms zu, der durch die Residenzstadt Neustrelitz errichtet werden soll. Derzeit werden dafür Kosten von 4 Millionen Euro veranschlagt.

„Aufbauend auf den mehrheitlichen Beschluss der Stadtvertretung vom Oktober, konnte die Vereinbarung jetzt unterzeichnet werden, nachdem gegenseitige Übereinstimmung zu den Grundlagen der Planung erzielt wurde. Ich verbinde damit die Hoffnung, dass nach einem zweijährigen Stillstand bei dieser für unsere Stadt wichtigen Maßnahme der Bau- und Planungsstopp von Seiten des Landes umgehend aufgehoben wird. Ich freue mich, dass damit der überarbeitete Gestaltungsvorschlag nunmehr realisierbar wird “, erklärt Bürgermeister Andreas Grund.  

Finanzminister Reinhard Meyer: „Was lange währt, wird endlich gut. Es war wichtig, endlich zu einer gemeinsamen Position zu kommen. Nachdem das Land viel Zeit und Geld in die Sanierung des Schlossgartens investiert hat, machen wir uns nun gemeinsam mit der Stadt daran, den nächsten Baustein zu setzen. Das ist vor allem für die Neustrelitzerinnen und Neustrelitzer aber auch für künftige Touristen ein wichtiges Zeichen.“

Architektenwettbewerb: Ergebnis in der Kritik

Das Residenzschloss Neustrelitz wurde 1726-31 errichtet und um 1905 erweitert. Es wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 teilweise zerstört und in den Nachkriegsjahren abgetragen. Der Schlossberg Neustrelitz befindet sich im Eigentum des Landes. Im Vorfeld der geplanten Neugestaltung des Grundstückes wurde 2014 ein Architektenwettbewerb durchgeführt, dessen Ergebnis in der Stadt Neustrelitz in Kritik geraten war. Der erste Preis wurde nach Diskussionen in der Neustrelitzer Öffentlichkeit verworfen. Der qualifizierte und überarbeitete Entwurf des zweiten Preisträgers wurde in der Stadtvertretung wegen der darin geplanten reversiblen Verfüllung der Schlosskeller, die aus den Jahren der Schlosserweiterung um 1905 stammen, nicht angenommen.

Neue Planungsgrundlage wurde der aus der Mitte der Stadtvertretung eingebrachte Vorschlag einer Abdeckung der noch vorhandenen Kappengewölbe mittels einer Stahlbetondecke.  Die Umsetzung gemäß des Beschlusses der Stadtvertretung wird erst nach weiteren Planungen der Oberflächengestaltung durch das Land realisiert werden.