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Sie ist nicht Joan Baez und auch nicht Janis Joplin oder Melanie Safka. Sie ist Angela Klee. Aber sie trägt die Musik-Ikonen in sich, und Joe Cocker auch, und Neil Young, und die Beatles, und Bob Dylan. Wer weiß, was aus der Rostockerin noch geworden wäre, wenn sie vor 50 Jahren auf der Bühne des legendären Woodstock Festivals gestanden hätte, wo viele Stars geboren wurden.

Aber da war sie eben sechs Jahre alt. Dennoch erzählt sie am Freitagabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Prieperter Dorfkirche die Geschichten der drei Tage voller Liebe, Frieden und Musik im August 1969 so authentisch, als sei sie dabei gewesen. Und die Songs von einst, die zu Welthymnen geworden sind, führt die kleine, zarte Frau mit der großen Stimme in einer ganz eigenen Qualität auf, die sich an den Originalen allemal messen kann. Wer erlebt hat, wie Angela Klee „We shall overcome“ singt oder in der dritten Zugabe „What a wonderful world“ auspackt, wird vielleicht sogar zum Superlativ gelangen. Mein persönliches Geschenk war „Helpless“ von Neil Young und The Band. Angela Klee hat mir damit auch die Bilder aus dem seinerzeit zigmal gesehenen Film „Blutige Erdbeeren“ zurückgebracht.

Begleitet wurde die Ausnahmekünstlerin von Christoph Keck (perc) und Michael Bahlk (bass). Unglaublich, dass das Trio erst seit drei Jahren zusammenspielt, und dann auch nur in loser Folge. Da stimmte einfach alles! Und dann gab es noch den vielstimmigen Chor, uns. Wir mussten nicht erst groß aufgefordert werden mitzusingen. Es waren die Lieder unserer Generation, mit denen sind wir aufgewachsen, an die knüpfen wir die mannigfaltigsten Erinnerungen. Melodien und Texte sind unvergessen, sie kommen von ganz allein von den Lippen.

Am Ende gab es stehende Ovationen, Jubel, Pfiffe der Begeisterung, wie es das Gotteshaus vielleicht noch nicht erlebt hat. Du hast aus der „Stunde der Musik“ des rührigen Prieperter Vereins Dorf-Natürlich-Leben eine Sternstunde der Musik gemacht. Vielen Dank dafür Angela Klee, wir lieben dich.