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Foto: Sandra Lembke

Was haben der Filmkomponist Ennio Morricone und der Barockmeister Georg Friedrich Händel gemeinsam? Ihre Werke werden am Sonntag, den 4. August, um 17 Uhr, im Rahmen des Grüneberg-Orgelsommers in der Neustrelitzer Stadtkirche erklingen. Andreas Markowski (Oboe) und KMD Hans-Jürgen Küsel (Orgel) nehmen die Zuhörer an diesem Tag auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise mit, wie mir meine Blogfreundin Sandra Lembke schreibt und in bewährter Weise auch gleich den historischen Hintergrund mitliefert.

Der Reigen wird durch Kompositionen des einstigen Thomaskantors Johann Sebastian Bach und seines Sohnes Johann Christian eröffnet. Letzterer wirkte in London unter anderem als Musiklehrer der aus Mirow stammenden Königin Sophie Charlotte. Andreas Markowski und Hans-Jürgen Küsel unternehmen dann einen Ausflug in die Filmmusik und bringen Kompositionen von Astor Piazzolla und Ennio Morricone zu Gehör.

Natürlich können sich die Zuhörer auch in diesem Konzert wieder auf ein historisches Schmankerl mit Bezug zum Herzogshaus Mecklenburg-Strelitz freuen. Diesmal haben die mitwirkenden Künstler ein bezauberndes kleines Stück von Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha ausgewählt.

Der Prinz wurde im Jahr 1819 geboren und ist vielen heute zumeist als Gemahl der britischen Königin Victoria bekannt. Doch Albert war nicht nur der treue Gatte an der Seite der Queen – er setzte eigene Maßstäbe. Der Prinz übernahm zahlreiche soziale Aufgaben und sprach sich unter anderem gegen Sklaverei und Kinderarbeit aus. Erste Entwürfe für moderne Arbeiterwohnungen in Großbritannien gehen ebenso auf ihn zurück. Prinz Albert organisierte zudem im Jahr 1851 die erste Weltausstellung in London.

Romantische Lieder komponiert

Der Adlige beeinflusste seine neue britische Heimat in vielerlei Hinsicht auch auf den Gebieten der Wissenschaft und Kunst. Albert liebte beispielsweise Musik sehr und war selbst ein begabter Klavier- und Orgelspieler bzw. Sänger. Nur wenige wissen, dass er schon als blutjunger Mann unter anderem eine Vielzahl von romantischen Liedern komponierte – hierbei handelt es sich überwiegend um Vertonungen von Texten seines Bruders Ernst.

Prinz Albert war mit mehreren Mitgliedern des Hauses Mecklenburg-Strelitz persönlich bekannt: der spätere Großherzog Friedrich Wilhelm (1819-1904) war ihm ein guter Freund, dessen Gattin Augusta Caroline (1822-1916) war die Cousine der Queen Victoria und daher aus dem familiären Umfeld bestens vertraut. Augusta Caroline nahm als englische Prinzessin im Jahr 1840 auch an den Hochzeitsfeierlichkeiten von Victoria und Albert teil. Auf einem zeitgenössischen Gemälde, das die kirchliche Zeremonie zeigt, ist sie sogar gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern am linken Bildrand dargestellt.

Der Eintritt zum Konzert ist frei, um Spenden wird gebeten.