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Fotos: Anya Schlie/Wirtschaftsförderung MSE

Nach fast zehn Monaten Sanierung, Modernisierung, Konzeption und Realisierung hat am heutigen Freitag das neue alte Schliemann-Museum in Ankershagen bei einem Festakt mit geladenen Gästen – ab morgen für alle Besucher – wieder seine Pforten geöffnet. Rund eine halbe Million Euro sind von Bund, Land, Schliemann-Gesellschaft und Landkreis geflossen.

Damit wird ein neues Kapitel in der spannenden Lebensgeschichte des großen Heinrich Schliemann aufgeschlagen, die hier im alten Pfarrhaus des kleinen Dörfchens Ankershagen in der Mecklenburgischen Seenplatte ihren Anfang nahm. Hier verbrachte Heinrich Schliemann acht Jahre seiner frühen Kindheit. „Hier – inmitten der ländlichen Idylle und geprägt von den Sagen und Legenden seiner Heimat – wurde der Grundstein gelegt für einen ganz außergewöhnlichen Lebensweg  – vom Sohn eines mecklenburgischen Dorfpfarrers hin zu einem der erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit, zu einem fortschrittlichen Denker und Forscher, Begründer der modernen Feldarchäologie und Wiederentdecker antiker Kulturen“, heißt es von der Wirtschaftsförderung des Landkreises, unter deren Dach das Museum untergebracht ist.

Zehn Themenräume führen durch Schliemanns Leben

Die Stationen im Leben Schliemanns seien auch der Schwerpunkt der neuen Dauerausstellung im neuen Schliemann-Museum. Anders als zuvor, stellt diese nicht mehr die bahnbrechenden Funde des Autodidakten Schliemann bei seinen Grabungen in Griechenland und der Türkei in den Vordergrund. Stattdessen wird der Besucher mitgenommen auf eine Reise durch die wichtigsten Lebensstationen.

Schlüsselübergabe an Museumsleiterin Undine Haase (rechts).

Dafür wurde nicht nur eine ganz neue Ausstellung konzipiert und mit unterschiedlichsten Mitteln in Szene gesetzt, sondern auch der fassende Rahmen, das alte Pfarrhaus, in seiner Raumstruktur angepasst. Zehn Themenräume führen – individuell in Farbgebung und szenografischen Einzelelementen – durch die wichtigsten Lebensabschnitte Schliemanns, sind die Bühne für die analoge und digitale Inszenierung und wissenschaftliche Darstellung prägender Erlebnisse und maßgeblicher Entscheidungen Schliemanns in jedem Abschnitt seines Lebens.  

Anya Schlie von den Wirtschaftsförderern des Landkreises nimmt uns mit auf einen Rundgang: „Es geht vom Rezeptions- und Kassenbereich, der jetzt ebenfalls im Museum und nicht mehr im Nebengebäude untergebracht ist, entgegen dem Uhrzeigersinn durch die karge aber fantasievolle Kinder- und Jugendzeit Schliemanns in Ankershagen und Mecklenburg. Schiffsmasten, dicke Taue und alte Seemannskisten führen den Weg weiter in die Lehr- und Anfangsjahre der erfolgreichen Kaufmannskarriere Schliemanns in Rostock, Hamburg und Amsterdam, bevor es dann in sein persönliches Eldorado, nach Russland und St. Petersburg, aber auch nach Sacramento in Kalifornien geht. Hier gelang es Schliemann, mit dem richtigen Gespür und Geschäftssinn, sein Vermögen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu vervielfachen – dass es ihm als einem der reichsten Männer seiner Zeit erlaubte, sich aus den Geschäften zurückzuziehen und seinen Kindheitstraum von antiken Orten und Schätzen zu leben.

Schliemann verschrieb sich den Wissenschaften, der Geschichte und der Archäologie, die er sich genauso kompromisslos, vollständig und grenzüberschreitend zu eigen machte, wie zuvor den unternehmerischen Erfolg. Der dann auch hier nicht ausblieb – wie die letzten vier Räume im Schliemann-Museum bezeugen, die mit der szenisch aufbereiteten Darstellung wertvoller Repliken und Originalfunde aus Troja und Mykene seinen Grabungen und Grabungserfolgen gewidmet sind.“

Prägnanterer Name und neues Logo

Mit diesen schließe sich der Kreis und ende die Reise durch das außergewöhnliche Leben dieses besonderen Mannes und Mecklenburgers – eine Reise durch das Leben eines Mannes, dessen ganzes Leben dem Reisen gewidmet, das eine einzige Reise war – bestimmt durch den allumfassenden Traum vom Reisen in ferne Welten und Zeiten.

Diesem neuen, der Person Schliemanns und seinem Leben gewidmeten Ansatz des Museums entspricht auch der jetzt prägnantere Name. Aus dem Heinrich-Schliemann-Museum wird das Schliemann-Museum Ankershagen als Ausgangs- und Endpunkt der Reise seines Lebens. Auch das neue Logo stellt mit dem Portrait Schliemanns und seiner persönlichen Unterschrift als Wort-Bild-Marke in den Vordergrund, worum es dem Museum geht: die Vorstellung eines Mannes, der, initiiert durch seine Kindheit in der Mecklenburgischen Seenplatte, von hier auszog, seine Träume wahr werden zu lassen.