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Hotel 152

Man hat uns schon vor zu vielen Russen in bulgarischen oder türkischen Hotels gewarnt. Nicht ganz unberechtigt, wie sich angesichts wahrer Orgien unserer vormaligen Brüder und Schwestern herausstellte. Auch von zu vielen Kindern sind wir geheilt. Das kann im katholischen Polen, wo jeder Nachwuchs ein Geschenk Gottes ist und deshalb von Mama und Papa eher die antiautoritäre Erziehungsvariante gewählt wird, durchaus von Belang sein. Was wir heute begonnen haben, ist allerdings eine Premiere. Unser Hotel in Swinemünde ist im Internet mit dem überraschenden Prädikat „Viele Senioren, aber die sind sehr nett“ versehen.

Wir haben uns trotzdem getraut und sind nach acht Stunden im viersternigen Interferie Medical Spa von Omas und Opas noch immer nicht angegriffen worden. Während wir uns noch gut daran erinnern können, wie bei einem Sommerurlaub ein paar Kilometer die Ostseeküste hoch in Leba ein Kind mit seinem Bobbycar regelmäßig unter den bewundernden Rufen seiner Erzeuger gegen unseren Frühstückstisch fuhr. Unvergesslich auch die Billardpartie, wo kurz vor Mitternacht ein aufgewecktes Kind Sekunden vor dem entscheidenden Stoß meiner Holden mit der Kugel verschwand. Nie wieder ein ausgewiesen familienfreundliches Hotel!

Also, Rentner, die tun einem offenbar nichts. Außerdem sind die Senioren hier voll mit Medical beschäftigt, so dass der extrem großzügige Spa-Bereich für uns bleibt. In den wir jetzt auch noch entfleuchen. Zu Haus und Stadt morgen mehr. Eines aber scheint schon festzustehen: Wir haben wohl alles richtig gemacht.