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Ich habe heute in meinem Stammfriseursalon bei den Jungs von „Alanya“ in Neustrelitz meine zum Urwald tendierenden grau melierten Locken rund um meine Platte bis auf neun Millimeter kürzen lassen. Auch in Nase und Ohren bin ich taufrisch enthaart, was meine Bloggemeinde so ziemlich interessieren dürfte wie die letzte Wasserstandsmeldung. Aber in Corona-Zeiten sind die kleinen Freuden plötzlich die großen. Und wenn einem die kurdischen Haarkünstler endlich zum Schnitt wieder einen Apfeltee reichen dürfen, ist die Krise wohl endgültig ausgestanden und die Welt wieder in Ordnung.
Weil wir gerade von kleinen Freuden in Corona-Zeiten schreiben: Letztere haben sogar unsere Sprache beeinflusst, wenn vielleicht auch nicht unbedingt bereichert. So ist schräg gegenüber vom Salon in der Strelitzer Straße an der städtischen Touristinformation zu lesen, dass um Eintritt nur je eines Haushalts gebeten wird. Ich habe gleich mal nachgeschlagen. Danach steht Haushalt ja für den „Umfang des Wohnraums und seiner wirtschaftlichen Teile“. Da würden die hinter der Tür aber ganz schön staunen, wenn ich mich bemühe, meine üppigen Quadratmeter häuslichen Lebens vor dem Empfangstresen aufzubauen. Vorausgesetzt, wir gelangen bis dahin. Wie geschrieben: mit seinen wirtschaftlichen Teilen. Wobei ich da noch mal nachdenken muss.
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