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Frühling, Bücher, Diemitz, Freizeit, Kultur, Lesungen, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Mirow, Resümee

Wenn die Mirower Buchhändler Grit und Peter Schmitt in der Regel im Februar ihre kulturellen Veranstaltungen planen, fragen sie sich immer wieder: Warum machen wir das, wo es doch spätestens ab Mai ein kulturelles Überangebot in unserer Region gibt und somit von dem zur Verfügung stehenden Kuchen nur ein ganz kleines Stückchen übrig bleiben kann, obwohl manchmal etwas mehr nötig wäre, um zumindest die Kosten zu decken. „Wir lieben eben Bücher und gute, anspruchsvolle Literatur, der aber immer weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden kann, weil die Buchindustrie uns inzwischen mit einem Massenangebot von Büchern Jahr für Jahr konfrontiert, das, wie wir finden, in vielerlei Hinsicht mit guter Literatur nichts mehr zu tun hat“, sagt mir Peter Schmitt. „So versuchen wir nunmehr im fünften Jahr, Autoren und Autorinnen einzuladen, deren Bücher es unserer Meinung nach wert sind, auch nach Jahren noch gelesen zu werden, die sicherlich nicht dem Mainstream entsprechen und gegebenenfalls für die Verlage auch nicht mehr unbedingt rentabel sind.“
Mit Catalin Florescu hatten die Schmitts am Sonnabend und Sonntag einen großen Erzähler und Schriftsteller in Mirow und Diemitz zu Besuch, der die Zuhörer in seinen Bann zieht. Während er in der Remise auf der Mirower Schlossinsel den etwa zwanzig Teilnehmern erzählerisch seine gesamten sechs Romane auf unterhaltsame, aber auch wissenswerte Weise näher brachte, fasste er sich beim Erzählen am Sonntag bei schönstem sommerlichen Wetter und knapp fünfzig Teilnehmern im Hof der Cider Manufaktur in Diemitz kürzer und las aus seinem 2008 erschienenen Buch „Zaira“ sowie aus seinem neuesten Werk „Der Feuerturm“ aus dem Jahr 2022. Ein bleibendes Erlebnis, ihm zuhören zu dürfen, so das Resümee der Buchhändler und sicherlich auch vieler Besucher.
Vogelarten schützen: Botschaft kommt an
Zuvor, am Donnerstag, vermittelten Antonia Coenen und Philipp Juranek in ihrem auf etwas andere Art und Weise herausgebrachten sehr schönen Buch die Botschaft, dass unsere heimische Vogelwelt uns Menschen braucht und wir Menschen aber auch unsere heimischen Vögel. Kein Hilferuf, sondern ein positiver Aufruf, selbst dazu beizutragen, Arten zu schützen und Lebensraum für sie zu schaffen. Ebenfalls fast fünfzig Teilnehmer lauschten den emotionalen Worten der beiden eigentlich Filmemacher. Anderntags, am frühen Morgen in Mirow, wurde die heimische Vogelwelt erkundet. Beim anschließenden gemeinsamen Frühstück hatte man sich dann noch viel zu erzählen.
So waren die Schmitts schließlich mit dem Ergebnis ihres „Literatur-Frühlings“ doch sehr zufrieden und froh, dass es nach wie vor in Mirow und Umgebung Menschen gibt, auch wenn es nur ein kleiner Kreis ist, die sich über das anspruchsvolle literarische, aber auch kulturelle Angebot der Buchhändler freuen und dieses annehmen. Also dann bis zu den 4. Mirower Kultur- und Literaturtagen vom 12. bis zum 19. August diesen Jahres.
