„Ich denke, unser Sommerfest war eine gelungene Sache! Jedenfalls wurde genau das gestern von allen Seiten an unser Organisationsteam zurückgemeldet – und darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut“, schreibt mir Wustrows Bürgermeister Steffen Franz.
Das Duo Gonska/Friedner mit seiner Revue „Rausch und Absturz – Die deutschen 20er Jahre“.
Die Kultur- und Literaturtage haben sich im inzwischen fünften Jahr zu einer festen Größe in Mirow entwickelt – so die Einschätzung der veranstaltenden Buchhändler Grit und Peter Schmitt. Ob beim Literatur-Frühling im Mai, kulturellen Sommer im August oder Literatur-Herbst nach der Frankfurter Buchmesse Ende Oktober – die Mirower kommen zu den Veranstaltungen. Und Gäste aus der Region, auch aus Hamburg und Berlin, die hier jährlich ihren Urlaub verbringen, buchen diesen für den Zeitraum der Schmittschen Veranstaltungen.
„Das freut einen schon“, so Peter Schmitt im Gespräch mit seinem Werbepartner Strelitzius. Das inzwischen sehr abwechslungsreiche Programm mit Gästen aus Theater und Film, Autor*innen nicht nur aus Deutschland, literarisch und musikalisch und auch mal mit ganz großem Kino finde Anklang. Hinzu komme, dass die eigeladenen Gäste die Philosophie des Zusammenfindens angenommen haben und durch ihre zwei- und auch dreitägige Verweildauer bei den Schmitts einen Bezug zu den Menschen und der Region aufbauen können, was den Veranstaltungen gut tue. Kein Kommen und gleich wieder Gehen. Aber auch die Besucher hätten dies inzwischen verinnerlicht und freuten sich auf ein Gläschen Wein, den kleinen Snack und das Gespräch vor wie nach der Veranstaltung.
Veranstaltungen voller Harmonie
Was die zurückliegenden Kultur- und Literaturtage vom 12. bis zum 19. August in der Remise auf der Schlossinsel angehe, so „waren es die bisher am besten besuchten Veranstaltungen voller Harmonie; zu Beginn der einstündige Rezitationsmarathon der Schauspielerin und Theaterregisseurin Tina Engel, der Auftritt des Allroundmusiker Volkhard Brock, der Autoren Julia Wolf und Anselm Olze, der etwas andere Abend mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, die Revue mit dem Duo Gonska/Friedner ‚Rausch und Absturz – Die deutschen 20er Jahre‘, die nicht nur Erinnerungen wach rief, sondern nachdenklich machte hinsichtlich unserer derzeitigen 20er Jahre, und zum Abschluss die Landpartie bei den Tumas in Peetsch“, zählte mein Blogfreund noch einmal auf. Und auch das Kino habe sich großer Beliebtheit erfreut.
„Ziel erreicht“, so Peter Schmitt. Das betreffe die zwischenmenschliche Seite, aber auch die wirtschaftliche. Erstmals werde man wohl nicht drauflegen müssen, sondern einen kleinen Gewinn erwirtschaftet haben.
Kulturfreunde können sich schon jetzt auf die Auftritte des Schriftstellers und Drehbuchautors Wolfram Fleischhauer am 13. und 14. September mit Film und Lesung und von Steffen Kopetzky, unter anderem mit seinem gerade veröffentlichten Buch „Damenopfer“, am 28. und 29. Oktober freuen.
Rund 50 Zuhörer genossen im Hof der Cider Manufaktur in Diemitz die Lesung von Catalin Florescu (unten). Fotos: Schmitt
Wenn die Mirower Buchhändler Grit und Peter Schmitt in der Regel im Februar ihre kulturellen Veranstaltungen planen, fragen sie sich immer wieder: Warum machen wir das, wo es doch spätestens ab Mai ein kulturelles Überangebot in unserer Region gibt und somit von dem zur Verfügung stehenden Kuchen nur ein ganz kleines Stückchen übrig bleiben kann, obwohl manchmal etwas mehr nötig wäre, um zumindest die Kosten zu decken. „Wir lieben eben Bücher und gute, anspruchsvolle Literatur, der aber immer weniger Aufmerksamkeit geschenkt werden kann, weil die Buchindustrie uns inzwischen mit einem Massenangebot von Büchern Jahr für Jahr konfrontiert, das, wie wir finden, in vielerlei Hinsicht mit guter Literatur nichts mehr zu tun hat“, sagt mir Peter Schmitt. „So versuchen wir nunmehr im fünften Jahr, Autoren und Autorinnen einzuladen, deren Bücher es unserer Meinung nach wert sind, auch nach Jahren noch gelesen zu werden, die sicherlich nicht dem Mainstream entsprechen und gegebenenfalls für die Verlage auch nicht mehr unbedingt rentabel sind.“