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Axel Rothe, Lars Scheiber, Oliver Hohlfeld und Nicola Clarissa Gehring (von links) bei der Werkseinführung im Haus der Tanzkompanie.

Die Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz hat Großes vor. In einem Zyklus über mehrere Spielzeiten mit wiederkehrendem Prolog will sie sich den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft widmen. Begonnen wird mit dem Feuer in seiner ganzen mythologischen, philosophischen und psychologischen Bedeutung in einem lebendigen und bildgewaltigen Dialog mit dem Tanz. Heute war zu dem Tanzdrama Werkseinführung im Haus am Riefstahlplatz in der Residenzstadt. Das Stück hat am 21. April im Landestheater Neustrelitz Premiere, wird aber so konzipiert, dass es auch unter freiem Himmel aufgeführt werden kann.

Die Einführung bot Gelegenheit für den Geschäftsführenden Vorstand Marco Zabel, eine gute Nachricht los zu werden. Dank einer Bundesförderung bis zum Spielzeitende aus dem Topf „Neustart Kultur“ kann die Truppe einen Tänzer und eine Tänzerin zusätzlich aufbieten. Die jungen Leute haben eine hervorragende Ausbildung erhalten und sammeln nun erste Erfahrungen im festen Engagement. Eine willkommene Verstärkung angesichts des anspruchsvollen Vorhabens der Kompanie.

Bei „Feuer“ geht um nicht weniger als ein ganzheitliches, aufgefächertes Bild der Menschheitsgeschichte in eineinhalb Stunden zwischen Entzünden, Auflodern und Verlöschen, „das Universum in einer Nussschale“, wie es der Künstlerische Leiter und Chefchoreograf Lars Scheibner skizzierte. Letztlich solle der Zuschauer aber mit einem positiven Gefühl aus dem Stück herausgehen, „auch wenn wir ihm zum Teil schreckliche Dinge wie den Krieg gezeigt haben.“ Die einzelnen Module werden durch ein Paar verbunden, getanzt von Nicola Clarissa Gehring und Axel Rothe.

„Indem es der Mensch sich zu eigen machte, hat das Feuer die Zivilisation stark vorangetrieben“, ergänzte Chefdramaturg Oliver Hohlfeld, der gleich Scheibner tief in die Materie eingestiegen ist. „Es kann Leben erhalten und Leben zerstören, ist Leidenschaft, aber auch Arbeit am Stoff.“ Die Kulturgeschichte der Menschheit wäre ohne Feuer undenkbar.

Zu Beginn der Werkseinführung hatte Scheibner einmal mehr dazu aufgefordert, im Ringen um den Fortbestand der Deutschen Tanzkompanie in ihrer Einmaligkeit nicht nachzulassen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf das Credo der Truppe, das bei allen Produktionen zugrunde gelegt werde und das ich hier für Interessierte anhänge. Es entstand bzw. wurde formuliert in den Jahren 2020/21; gemeinsam erarbeitet von Vorstand, künstlerischer Leitung und künstlerischem Beirat. So sind „Carmina Burana“ und „Schneeweißchen und Rosenrot“ schon mit diesem Credo entstanden.