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Gerhard Schneider hat mir geschrieben. Meinen Blogfreund aus Krümmel treiben die täglichen Nachrichten um. Sie würden nur noch durch die Wetterlage übertroffen, so der Künstler, der ein passendes Bild von seiner Hand beisteuert. „Die Hoffnung soll man aber nicht aufgeben“, so Schneider. Er nimmt in seinem Kommentar Bezug auf Worte des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan: „Alles, was das Böse braucht um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit.“

Die schweigende Mehrheit, wer gehört da eigentlich dazu?

Nixon nutzte die Wortwahl von der schweigenden Mehrheit um den Vietnamkrieg zu rechtfertigen. Damit war der Begriff schweigende Mehrheit im Grunde vergiftet. Letztlich, erinnern Sie sich, gab es Demonstrationen in aller Welt in bisher ungekanntem Ausmaß. Verhandlungen in Paris zwischen der amerikanischen Regierung und den Vietnamesen. Geendet hat es bildlich in der überstürzten US-amerikanischen Flucht aus Saigon. Heute spricht man beispielsweise von der schweigenden Mehrheit, wenn erneut ein Mensch von Extremisten getötet wurde. Sie, die schweigende Mehrheit, soll es dann richten.

„Alles was das Böse braucht, …..“ usw, siehe oben. Kofi Annan lag nicht falsch mit seiner Bemerkung. Regelmäßig wird appelliert, Trauerstunden im Bundestag, Artikel und Kommentare und Untersuchungsausschüsse, Verschärfung der Sicherheitsgesetze und dann? Schon nach wenigen Tagen ist das alles keine Nachricht mehr wert und insgeheim fürchtet man sich nur vor dem nächsten Fall von Brandstiftung, politischem Mord, Gewalttat gegen Geflüchtete, Randale und Krawall gegen Feuerwehr, Sanitäter und Polizisten.

Hinter der „Schweigenden Mehrheit“ kann man sich verstecken. Ich glaube, wir machen uns etwas vor.

Die Krawalle in Berlin und anderswo zur Jahreswende erschrecken. Ihre öffentliche Analyse ist noch erschreckender. Ein paar Randalierer schnell ergreifen und von heute auf morgen abstrafen. Alle, die einen Vornamen haben, der uns nicht passt, prophylaktisch ausweisen. Dann sind wir unter uns. Unter uns schweigender Mehrheit und alles wird gut. Das wäre doch zu schön! Wahr ist es auf keinem Fall.

Nur nicht an den Verhältnissen in der Gesellschaft rütteln. Bildungsprobleme, mal darüber reden, dann aber die, die es betrifft, im Regen stehen lassen. Wohnungsmangel, Mietwucher, Gesundheitswesen, Altenpflege, Nahverkehr, Roll back in der Klimapolitik, ……..setzen Sie es fort.

Wo fängt man an? Aber anfangen sollte man. Zählt man sich zur schweigenden Mehrheit, dann ist alles gut. Wirklich?

Fünfzig Jahre Sesamstraße!

Wäre das nicht besser?

Der, die, das,
wer, wie, was,
wieso, weshalb, warum,
wer nicht fragt, bleibt dumm!