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In der zweiten Hälfte hat die TSG Neustrelitz, hier schraubt sich Nils Röth hoch, den Druck deutlich erhöht. Zählbares sprang aber nicht heraus.

Die Oberligisten der TSG Neustrelitz sind derzeit (noch) nicht in der Lage, spielerische Überlegenheit auch in Tore umzumünzen. Stattdessen verlieren sie ihr Heimspiel gegen Blau Weiß 1890 Berlin durch einen katastrophalen Abwehrfehler von Piotr Delner in der 11. Minute. Dessen Geschenk nahm Mike Bröhmer dankend an.

In der 17. Minute könnte es ein Glück für die Gastgeber gewesen sein, dass es keine Torkamera in der Oberliga gibt. Die Meinungen, ob der Neustrelitzer Schlussmann Nicolas Jesus Delpino den Ball vor, auf oder hinter der Linie unter Kontrolle gebracht hat, gingen jedenfalls auseinander. Ohne Frage mit Fortuna im Bunde waren die Neustrelitzer aber in der 20. Minute, als zwei Berliner durchgebrochen waren und allein vor dem TSG-Keeper das Runde nicht in das Eckige brachten.

Die TSG hatte umgestellt, neben Delner in der Innenverteidigung fand sich auch Kapitän Kevin Riechert auf neuem Posten. Der Abwehrchef agierte diesmal im zentralen Mittelfeld, ein wirklicher positiver Effekt war aber nicht erkennbar. Routinier Tino Schmunck operierte noch weiter nach vorn gezogen, vier Angreifer, und nichts passierte. Der Halbzeitpfiff eine Erlösung für die rund 250 Zuschauer, die Gäste erstaunlich schwach, und die Gastgeber nicht besser, ohne erkennbares System.

Justin Schultze hat sich einmal mehr nicht geschont.

In der zweiten Hälfte dann eine deutliche Leistungssteigerung der TSG Neustrelitz. Artur Bednarczyk musste in der Kabine bleiben, dafür lief Ole Giese auf. Angriff auf Angriff brandete gegen den Strafraum der Berliner, es wurde Kombinationsfußball geboten, so richtig zu tun bekam Keeper Michael Hinz trotzdem nicht. In der 75. Minute sah Romario Hartwig Gelb-Rot. TSG-Coach Jörg Buder sorgte im Gegenzug mit Nick Stövesand und Tobias Teetz noch mal für Auffrischung, aber es blieb beim 0:1.

Die einen sagen so, die anderen so

Die TSG Neustrelitz entwickelt sich eher zurück als vorwärts, sagen die einen. Von Vereinslegende Heinz Kammeier wurde ich heute sogar ultimativ aufgefordert, viel kritischer zu berichten. Da fehlt nur das Abschlussglück, der Mannschaft sei kein Vorwurf zu machen, sagen die anderen. Zu denen gehört der frischgebackene TSG-Präsident Nico Manke. „Wir haben durch einen individuellen Fehler verloren. Ansonsten haben unsere Jungs gekämpft wie die Löwen, auch wenn es im gegnerischen Strafraum hapert. Ich beteilige mich nicht an der Kritik.“

Dennis Ladwig (rechts) scheitert am gegnerischen Verteidiger.

Auch Coach Jörg Buder stellt sich vor sein Team. „Ich habe das Spiel so schlecht nicht gesehen. Wir haben probiert, gemacht, getan. Was uns fehlt, ist das Abschlussglück. Mehr als weiterarbeiten können wir nicht. Wir werden den Bock noch umstoßen.“ Mein Blogpartner verteidigte auch die veränderte Aufstellung. Die sei im Trainerkollektiv und mit der gesamten Mannschaft abgesprochen worden, also keine einsameEntscheidung. Alle betroffenen Spieler hätten gesagt, dass sie sich die veränderten Aufgaben zutrauen. So könne Kevin Riechert im Mittelfeld, das er von früher kenne, als Regisseur besser die Fäden ziehen. „Wir suchen noch nach der optimalen Aufstellung, um auch Tore zu schießen. Stürmer schnitzen kann ich mir allerdings nicht, gute Angreifer sind Mangelware in der Oberliga.“ Ansonsten müssten seine Jungs noch mehr miteinander spielen. Das sei die große Kunst.

Am kommenden Freitag um 19 Uhr treten unsere Kicker im Landespokal auswärts gegen die SG Karlsburg/Züssow aus der Landesliga Ost an. Bleibt zu hoffen, dass die Neustrelitzer dort eine gehörige Portion neues Selbstvertrauen tanken können. Wie immer bietet Strelitzius einen Spielbericht an.

Begeisterung sieht anders aus. Coach Jörg Buder (links) fand das Spiel seiner Mannschaft aber gar nicht so schlecht.