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Die Ruhe vor dem erhofften Besucheransturm am Wochenende im Slawendorf am Zierker See.

Am kommenden Wochenende wird es in Neustrelitz gleich zwei Aufstände der Slawen gegen ihre sächsischen und fränkischen Peiniger geben. Rund 70 bis an die Zähne bewaffnete Kämpfer, die Akteure kommen aus ganz Deutschland, werden sich am Sonnabend und am Sonntag jeweils um 15 Uhr ein Hauen und ein Stechen liefern, dass die Funken sprühen. „Und das im Vollkontakt, wenn auch mit stumpfen Waffen“, warb Klaus Ebel, Vorsitzender des Fördervereins für das Neustrelitzer Slawendorf, bei einem Pressegespräch heute für den bevorstehenden Saisonhöhepunkt Mittelaltermarkt. Den auf dem Gelände lagernden Kriegern könne auch beim Waffentraining zugeschaut werden.

Markthändlerin im Slawendorf

Am Sonnabend von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr wird unter dem Motto „Gelebte Geschichte“ an den Zierker See eingeladen. Bis zu 150 Akteure wollen die Besucher beim Spektakel „Der Markt“ verzaubern, sie mit dem 10. Jahrhundert eine Zeit erleben lassen, „in der unser Land zu dem wurde, was es heute ist“. Slawen, Teutonen, Wikinger, Waräger geben sich ein Stelldichein und verzaubern die Schaulustigen.

Natürlich wird mit Wildschwein am Spieß und Wildgulasch für das leibliche Wohl gesorgt sein, wie Dorfleiterin Sandra Moritz verriet, die sich auf hoffentlich viele Besucher freut. Das Wetter zumindest werde den Veranstaltern wohl gesonnen sein. Ebel und Moritz empfahlen auch die Vorträge zum Fernhandel vor mehr als 1000 Jahren (Sonnabend 18 Uhr) und zur Historie der Farben mit anschließender Modenschau (Sonntag 15.30 Uhr). Daneben werden die traditionellen Gewerke gerade den jüngeren Gästen vielfältige Angebote unterbreiten. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit der Fahrt mit dem Slawenboot auf dem Zierker See.

Trägerverein kann an Besucherzahlen anknüpfen

Mit bislang rund 15.000 Besuchern in diesem Jahr knüpft das Slawendorf unter seinem neuen Träger ProKultur an die Zahlen vor der Übernahme der Einrichtung von der liquidierten IPSE an. „25.000 Gäste sollten es in unserer ersten Saison werden, vielleicht schaffen wir auch die 30.000“, so Werner Lehmann, Geschäftsführer von ProKultur, gegenüber den Journalisten. „Unsere Hauptaufgabe, den Status quo zu sichern, hätten wir in Zusammenarbeit mit dem Förderverein damit erfüllt.“ Ab dem kommenden Jahr sollen die Besucherzahlen dann sukzessive gesteigert werden, unter anderem durch Öffnung an den Wochenenden. Hauptzielrichtung solle der Berliner Markt sein, nachdem der Einzugsbereich des Slawendorfes bislang bei respektablen rund 50 Kilometern liege. Zum Konzept gehört auch eine bessere Verkehrsanbindung. Dazu ist Lehmann mit der Stadt im Gespräch.

Schließlich soll auch das Angebot im Dorf erweitert werden. Der eben eröffneten Bogenschießanlage folgt noch in diesem Jahr eine Malstation, an der Kinder Schutzschilde phantasievoll schmücken können. Auch die Schmiede soll im laufenden Jahr wieder in Betrieb gehen. Für 2023 kündigte der Geschäftsführer die Wiedereröffnung des Aussichtsturms an. Verstärkt wird auf die Darstellung slawischer Geschichte Wert gelegt, darunter mit mehr thematischen Veranstaltungen. „Und vielleicht schaffen wir uns auch noch ein paar Tiere an…“

Klaus Ebel, Werner Lehmann und Sandra Moritz (von links) haben viel im Neustrelitzer Slawendorf vor.

www.slawendorf-neustrelitz.de