Schlagwörter

, , , , ,

Sollte Angela Klee erneut in meiner Ecke gastieren, werde ich wieder unter den Konzertbesuchern sein. Oder, wo auch immer sich unsere Wege kreuzen. Von der Rostocker Sängerin und ihrer Band kann man einfach nicht genug bekommen.

Es war gestern in der Prieperter Dorfkirche meine zweite Begegnung mit der zierlichen Künstlerin und ihren Mannen, hoffentlich nicht die letzte. Da nimmt man auch Maskengebot und Mitsingverbot in Kauf. Gerhard Gönner, Vorsitzender des örtlichen Vereins „Dorf-Natürlich-Leben“, war um seine Rolle als Veranstalter mit Auflagen nicht zu beneiden. „Ich bin beileibe kein Spielverderber. Wir müssen alle irgendwie über die Runden kommen“, sagte er entschuldigend. Recht hat er, und Dank an den Verein, dass er trotz der erschwerten Bedingungen auch im Corona-Jahr die Reihe „Stunde der Musik“ auf die Beine gestellt hat. Bislang 55 Veranstaltungen in fünf Jahren, alle Achtung!

So habe ich gleich anderen Besuchern des Abends heimlich, still und leise in mich hineingesummt. Ganz ohne geht es einfach nicht, wenn Angela Klee mit ihrer Gitarre die immergrünen Songs der Beatles, von Simon & Garfunkel, Joan Baez, Pete Seeger, Bill Withers, Tracy Chapman, Cat Stevens oder Roberta Flack auf ihre unverwechselbar eigene Art aufführt. Mit diesen „Juwelen“ der Musik ist meine Generation aufgewachsen, und ich war versucht, auf der Heimfahrt das Autoradio abzuschalten.

Angela Klee hatte die Holde und meine Wenigkeit schon am Eingang in die Kirche wie gute alte Bekannte begrüßt und versichert, an ihr umjubeltes Woodstock-Tribute-Konzert vom vergangenen Jahr (Strelitzius berichtete) anzuknüpfen. „Ich werde mit meinen 58 Jahren nicht plötzlich auf Shakira machen“, scherzte sie. Nein, die Klee bleibt sich und ihrer Musik treu, Gott sei Dank.

Es war wieder ein großartiger, ein berührender Abend, der mit viel Applaus bedacht wurde. Ihn verdient haben sich unbedingt auch die musikalischen Gefährten von Angela Klee, Christoph Keck (perc) und Michael Bahlk (bass). Die Band hat da wie angekündigt eine Schatztruhe geöffnet und Edelsteine ausgepackt. Schlagzeuger Keck hat mich zusätzlich mit seiner Backround-Stimme aufhorchen lassen, die perfekt mit dem Gesang der Frontfrau harmoniert. Ein Duett wäre bestimmt großartig, habe ich angeregt, als ich nach dem letzten Ton meine Glückwünsche zum Auftritt überbrachte. Die Künstler wollen darüber nachdenken. Um es zum Abschied mit Bob Dylan zu sagen: Farewell Angelina!