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Die Neubrandenburger Woche zum Christopher Street Day ist mit einer Andacht in der Neubrandenburger Friedenskirche eröffnet worden. In der Predigt wurde unter anderem das Verhältnis zwischen queeren Menschen und dem christlichen Glauben thematisiert.

Leitend war dabei der Psalm 139, 14 in dem es heißt: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“ Dieser Psalm sowie die Botschaft der Barmherzigkeit und Nächstenliebe Jesu Christi seien Ankerpunkte des christlichen Glaubens, so Barbara Schnoor, die durch die Andacht führte. Zwar gebe es in der Bibel auch Stellen, die gleichgeschlechtliche Liebe kritisieren, so Schnoor. Jedoch sei beim Lesen der Bibel zu beachten, in welcher Zeit und in welchem gesellschaftlichen Umfeld die Heilige Schrift entstanden ist. So haben heute beispielsweise auch andere Bibelstellen, wie etwa die Steinigung von Ehebrecherinnen oder das Verbot von Schweinefleisch, an Bedeutung verloren.

Mit diesem Wissen nahm wohl auch die Neustrelitzer Pröpstin Britta Carstensen an der Andacht teil. Sie betonte, dass es ihr wichtig sei, den queeren Kirchenmitgliedern den Rücken zu stärken.

Dieses Anliegen verfolgen auch die vier Mitglieder des Vereins queerNB, welche die Andacht vorbereitet hatten. Neben der Solidarität zu den queeren Kirchenmitgliedern Neubrandenburgs machten sie auch auf die zunehmend schwierige Situation der queeren Gläubigen in Osteuropa aufmerksam. So war es am Ende selbstverständlich, dass die Hälfte der großzügigen Kollekte an das LGBT Christian Forum of Eastern Europe and Central Asia, Yerevan, Armenia ging.