Schlagwörter

, , ,

Schiffe gucken

Direkt am Leuchtturm Urlaub machen, im polnischen Kolberg ist das möglich. Vorausgesetzt, der Reisende bucht im Wohlfühlhotel „Hanseatic“. Das vergleichsweise kleine Haus steht direkt an der Flußmündung Persete/Ecke Ostsee und punktet neben seiner extravaganten Lage mit Gemütlichkeit, Gastfreundlichkeit und gediegener Gastronomie. Noch weiter ostseewärts absteigen geht nicht!

Je nach Preis gibt es Meerblick, Hafenblick oder Gassenblick. Wir hatten Letzteren, Kopf aus dem Fenster nach rechts, und du kannst trotzdem Schiffe gucken, darunter die Bornholm-Fähre. Noch besser geht das im Außenbereich des Hotelrestaurants, da fahren sie praktisch am Tisch vorbei.

Der hochaufgeschossene Hotelnachbar

Einen Schritt aus dem Haus, und vor dir erhebt sich Kolbergs Leuchtturm, 1945 auf erhaltenen Befestigungsanlagen erbaut, dahinter gleich die Mole. Rechts schließt sich die Strandpromenade an, die unter anderem zur Seebrücke führt. Wir haben es sehr genossen, abends bei wechselndem Farbspiel auf ihr oder besser unter ihr in Richtung Strand unseren „Sundowner“ zu trinken.

Toll sitzt es sich bei Sonnenuntergang auch im Strandkorb auf den Dachgärten der Restaurants an der Promenade mit dem Meer unter sich. Mein Tipp: Dorsch und Zander mit Ofengemüse und Kartoffelspalten, direkt auf dem Backpapier serviert. Man muss nur drauf kommen. Und danach einen Zubrowka auf Eis… Das ist schon mehr als „dobrze“!

Apropos Promenade: Kolberg hat gleich zwei, eine direkt am Meer, auf der der Spaziergänger sehr schnell allein ist mit der Natur. Parallel dazu verläuft, getrennt von einem langen parkähnlichen Grüngürtel, eine belebtere zweite Flanierstrecke, gesäumt von Restaurants und beeindruckenden Hotels. Uns dann doch bei allem Komfort eine Nummer zu groß. Irgendwann vereinen sich beide Promenaden und führen vornehmlich die Fahrradfahrer immer an der Ostsee lang bis mindestens nach Ustronie Morskie.

Schon beim Frühstück aus dem Hotelrestaurant Kontakt zum Hafen und zum Meer

Zurück vor das „Hanseatic“: Hier sind Fahrräder und Motorroller geparkt, die per Handy gemietet werden können. Das wird überaus rege genutzt, auch von Pendlern in die nahe, besuchenswerte Stadt.

Und weil wir bei rege sind: Wir waren gerade noch in der Vorsaison an der polnischen Ostsee. Gehen die Ferien los, wird es auch dort von einem Tag auf den anderen richtig voll. Unseren Nachbarn geht es wirtschaftlich besser als noch vor Jahren, als Urlaub am Meer Luxus war. Und die Deutschen haben die polnischen Ostseebäder ja ohnehin längst für sich entdeckt.

Wir haben der freundlichen Managerin vom „Hanseatic“, die fast alles erledigen kann, versprochen wiederzukommen. Und das war nicht nur so dahingesagt.

Dachterrassenblick an der Promenade beim Sonnenuntergang über der Mole.