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Die Neustrelitzer Schauspieldirektorin Tatjana Rese hat bereits unsere gemeinsame Umfrage zu Windkraftanlagen (Strelitzius berichtete mehrfach) ausgewertet, kaum, dass ich ihr die Ergebnisse heute Vormittag übermittelt hatte. Komfortabele Situation für den Blogger. Genug der Vorrede, das Folgende hat mir meine Blogfreundin geschrieben:

Tatjana Rese

„Danke an alle, die sich an der einwöchigen Umfrage beteiligt haben, die wir gemeinsam mit Strelitzius durchgeführt haben. Ihre Meinung hat uns im Zusammenhang mit den Vorbereitungen und den Proben zu der Theateradaption von Juli Zehs Roman ‚Unterleuten‘ sehr interessiert.

Wir haben den Lesern des Blogs sechs Fragen gestellt, die um die Themen kreisen, die die Einwohner aus dem Roman-Dorf Unterleuten in helle Aufregung versetzen und zu drastischen Mitteln greifen lassen. In Unterleuten geht es um Windparks, aber auch um fehlende Konfliktfähigkeit und handgreifliche Auseinandersetzungen, es geht ums Gestern, aber auch um unsere Zukunft im ländlichen Raum.

Es haben sich 142 Personen an der Umfrage beteiligt. Zu den Antworten, die im Anhang noch einmal mit den Fragen nachzulesen sind: Nur wenige von den Teilnehmern misstrauen dem menschengemachten Klimawandel (14 Prozent), die meisten gaben der Windkraft ihre Stimme (86 Prozent), aber die Geister scheiden sich, wenn es ums eigene Heim geht; während 45 Prozent grundsätzlich zu ihrer Überzeugung standen, würden 41 den Windpark in ihrer Nähe ablehnen.

Bei der Überzeugungsarbeit für die Windkraft vertraut die überwiegende Mehrheit dem demokratischen Diskurs (80 Prozent). Wir fragen uns, ob die Abweichler von der political correctness (13 und 7) beim Kampf pro und contra auch in der Realität in dieser Minderheit bleiben würden? In Unterleuten jedenfalls greifen die Einwohner zu härteren Mitteln. Aber das ist eben Theater, eine Zuspitzung, oder etwa nicht?

Der Egoismus bei finanziellem Nutzen durch die Anlagen hält sich in erstaunlichen Grenzen (7), es gibt etliche, die bei Gewinnerzielung bereit wären, der Gemeinde etwas davon abzugeben (35). Die meisten (59) aber würden auf den persönlichen finanziellen Nutzen verzichten, wenn ihre Gemeinde Druck gegen den Bau macht.

Interessanterweise halten sich die Meinungen zur westdeutschen Baufirma (36 zu 33 zu 31) fast die Waage. Das heißt wohl: der Ost-West-Konflikt ist ausgeglichen existent.

Große Mehrheit protestiert demokratisch

Als Medium des Protestes rangiert der Shitstorm im Internet (9) noch vor einer Spray-Aktion auf den Anlagenmasten (4). Wir hoffen, wir müssen demnächst nicht wirklich etliche Graffities bestaunen und vertrauen auf die vielen, die den Diskurs nur verbal führen wollen, das sind laut Umfrage erfreuliche 87 Prozent.

Die letzte Frage war natürlich ein kleiner regionaler Scherz von uns, denn weder Zierker See, noch Schlossberg oder der Marktplatz Neustrelitz werden ernsthaft als Bebauungsgebiet für Windkraftanlagen infrage kommen. Interessant ist dennoch, dass wenn-schon-denn-schon am ehesten der Zierker See (59) gewählt wurde, gefolgt vom Marktplatz (33); der Schlossberg bleibt weitestgehend verschont (8) – da soll ja auch was anderes hin und außerdem sollen dort auch weiterhin unsere jährlichen Operettenfestspiele stattfinden.

Matinee im Kulturquartier

Ich freue mich über das große Interesse an dem Thema und hoffe, viele von Ihnen auch im Theater bei einer der Aufführungen von ‚Unterleuten‘ zu treffen; wir werden bei ausgewählten Vorstellungen auch Publikumsgespräche im Anschluss an die Vorstellung anbieten. Die Einführungsmatinee zum Stück findet am Sonntag, den 31. März, um 11 Uhr, im Kulturquartier statt. Premiere ist am 6. April.“

https://strelitzius.com/2019/02/24/schauspieldirektorin-fragt-fur-neues-stuck-was-halten-sie-von-windkraftanlagen/