Schlagwörter

Die Neustrelitzer Augenärztin Frau Dr. Hanus hat zum Jahreswechsel ruhestandshalber und wohlverdient ihre Praxis ohne Nachfolge geschlossen. Damit wurde eine Versorgungskrise in Neustrelitz und Umland ausgelöst, die man natürlich nicht der Medizinerin anlasten kann. Eine der ersten Betroffenen war eine mir bekannte Wesenbergerin, viele Jahre lang Patientin bei Frau Dr. Hanus und regelmäßiger Betreuung bedürftig. Nirgendwo in der Residenzstadt fand die quasi Entlassene eine Neuaufnahme.
In ihrer Not hatte sich die Hilfesuchenende an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) gewandt, die ihr dann auch in angemessener Zeit einen Augenarzttermin in Röbel verschaffte. Was das für eine Berufstätige bedeutet, quer durch die Seenplatte zu reisen, lasse ich mal außen vor. Dieser Tage wollte die Wesenbergerin den Termin in Röbel noch einmal verschieben und hat erstmals in der dortigen Praxis angerufen.
„Wir hätten Ihnen ohnehin abgesagt. Dass Sie hier einen Termin bekommen haben, war ein Irrtum. Wenden Sie sich bitte wieder an die Kassenärztliche Vereinigung“, so die Auskunft der Schwester. Das wird die Hilfsbedüftige nun engelsgeduldig tun. Unterdessen hatte die KV über das Lokalblatt öffentlich gemacht, dass sich Suchende in Neustrelitz und Umland in Sachen augenärztliche Versorgung an sie wenden können. Diese Aussage ist offenbar mit Vorsicht zu genießen. Fortsetzung folgt möglicherweise.
Hallo, mir ging es ähnlich. Habe nach wunden Fingern vom Zahlendrücken, also nach Ewigkeiten, einen Termin in fast einem halben Jahr in Neubrandenburg im Ärztehaus erhalten.
Zum gleichen Thema schreibt mir Marita Klei aus Neustrelitz:
Hallo, gerade das Thema gelesen. Kennen wir auch zu gut. Wir sind bei Frau Dr. Ries. Aber Schwiegermutter war bei Frau Dr. Hanus und sitzt nun auch auf dem Trockenen. Mit ihrer Erkrankung (grauer Star) braucht sie ständig Medikamente und kann wegen anderer schwerer Erkrankungen wie Rheuma nicht sonstwohin reisen.
Zumal ja auch die bisherige Rheumaärztin, Frau Dr. Buchholz, auch zum Jahresanfang aufgehört hatund es kaum Ersatz dafür gibt. Bin gespannt, wie die KV das nun klärt. Also, drei Augenärzte sind hier in Neustrelitz definitiv zu wenig.
In der Tageszeitung von der Kassenärztlichen Vereinigung zu hören, dass wir im Bereich Neustrelitz sogar eine augenärztliche Überversorgung haben, hat mich doch sehr überrascht. Immerhin musste man selbst zu Zeiten von Frau Dr. Hanus‘ voll in Betrieb befindlicher Praxis ca. sechs Monate auf einen Termin bei ihr warten. Auch ich war ihre Patientin, und es graut mir schon jetzt vor dem Telefonmarathon, der mir mit großer Wahrscheinlichkeit bevorsteht, wenn Anfang 2020 eins meiner Augen, das vor einiger Zeit mehrfach gelasert werden musste, wieder eine Kontrolluntersuchung braucht.
Vielleicht sollte ich mich bereits jetzt auf die Suche nach einem neuen Augenarzt machen, denn aus meinem engeren Umfeld weiß ich, dass eine ehemalige Hanus-Patientin nicht nur tagelang wegen eines Augenarzttermins am Telefon hing, sondern obendrein nach einem Anruf bei der Terminvergabestelle der Kassenärztlichen Vereinigung zunächst für vier Wochen vertröstet wurde, um dann zu erfahren, dass ihr auch von dort kein Termin bei einem Augenarzt vermittelt werden konnte.
Im Angebot wären seinerzeit alternativ aber Gynäkologie-, Chirurgie- oder Kardiologie-Termine gewesen….