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OPAL_02_03_Tramstow_18082010_Westwand_Findling

Foto: Geologischer Landesdienst MV

Parallel zu den Archäologen (Strelitzius berichtete), haben Mitarbeiter des Geologischen Landesdienstes Mecklenburg-Vorpommern fünf Jahre lang hunderte Schichtenprofile an ungefähr 340 Kilometern Trassenaufschlüssen beim Pipelinebau dokumentiert. Sie fanden unter anderem Riesenfindlinge und Ablagerungen eines späteiszeitlichen Seesystems.

Für die geologische Landeskartierung waren die über drei Meter tiefen Trassenaufschlüsse ein wahrer Volltreffer, konnten doch so frühere Flächenkartierungen überprüft und vielerorts verbessert werden. Die geologischen Kartierbefunde haben überraschende neue Erkenntnisse zur Eiszeit und der nachfolgenden Landschaftsentwicklung aufgezeigt. So wurden in der Nähe von  Wittenburg 120 000 Jahre alte Torfablagerungen aus der Eem-Warmzeit entdeckt, die während der letzten Kaltzeit überprägt wurden. Bei Dobbertin konnten Ablagerungen eines großen späteiszeitlichen Seesystems nachgewiesen werden, an dessen Uferrändern während der ersten Erwärmungsphase vor mehr als 14 000 Jahren eine frühe Moorbildung mit erster lichter Baumvegetation aufwachsen konnte.

Dr. Andreas Börner, Mitarbeiter dieses Landesamtes, entführt sein Publikum am Mittwoch, den 31. Oktober, um 19.30 Uhr, auf eine Reise durch 120 000 Jahre Geologie und Landschaftsgeschichte. Der Vortrag ist Teil des Begleitprogrammes zur aktuellen Sonderausstellung „PIPELINE:ARCHÄOLOGIE“.