Zum Internationalen Museumstag lädt das Müritzeum in Waren zu einer ganz besonderen Entdeckungsreise ein: Bei einer exklusiven Sonderführung öffnet das NaturErlebnisZentrum Türen, die sonst verschlossen bleiben – und gewährt seltene Einblicke in die umfangreiche geologische Sammlung.
Im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Eugen Geinitz – Erforschung der Eiszeitlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ lädt das Müritzeum zu einer spannenden Veranstaltungsreihe ein: den Gesteinssprechstunden. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, ihre gesammelten Steine einem Experten vorzulegen und gemeinsam mehr über deren Herkunft und Zusammensetzung zu erfahren.
Prof. Geinitz 1907 am Klütz Höved bei Warnkenhagen. Foto: D. Pitter
Am 9. März jährt sich der Todestag des Rostocker Geologie-Professors und Mecklenburgs erstem Landesgeologen Franz Eugen Geinitz zum 100. Mal. Mit 24 Jahren wurde er 1878 auf den Lehrstuhl für Mineralogie und Geologie an die Universität Rostock berufen und wirkte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1925. Der Beginn der systematischen geologischen Erforschung Mecklenburgs, seiner Lagerstätten nutzbarer Rohstoffe und die Gründung der Mecklenburgischen Geologischen Landesanstalt im Jahr 1889 sind untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Der nahende Herbst ist für Geo-Interessierte im Nordosten immer eine sehr lukrative Jahreszeit. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Am kommenden Sonntag, den 18. September, ist Tag des Geotops. Er steht unter dem Motto „20 Jahre Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft“. Die Eugen-Geinitz-Sicht bei Usadel, die im September 2013 eingeweiht wurde, bietet dafür einen würdigen und wegen des Parkplatzes an der B 96 auch gut erreichbaren Platz. Nach der Eröffnung um 10 Uhr gibt es eine geologische Wanderung durch die Endmoränenlandschaft um Usadel (Führung: Klaus Granitzki, ca. 2,0 h). Sie beginnt an der Storchenkoppel Usadel, wo eine Informationstafel eingeweiht wird, die der Renaturierung dieses Feuchtgebiets gewidmet ist.
Andreas Butzki, Geologe Klaus Granitzki, Vereinsvorsitzender Andreas Buddenbohm, Till Backhaus und Landesdienstchef Harry Strohm (von links) beim Treffen in Usadel. Foto: SPD
Der Geopark „Mecklenburgische Eiszeitlandschaft“ wie auch die „Eiszeitroute“ sollen als „Abenteuer Eiszeit“ stärker touristisch vermarktet werden. Dazu gehört auch die Entwicklung landesweiter Netzwerke, waren sich Landwirtschaftsminister Till Backhaus und der SPD-Ladtagsabgeordnete Andreas Butzki bei einem Treffen mit Vertretern des Geowissenschaftlichen Vereins Neubrandenburg und des Geologischen Landesdienstes zu Wochenbeginn in Usdael einig. Der Verein ist Träger des Geoparks.
Andreas Butzki, der im Ergebnis der letzten Kommunalwahl als Kreistagsmitglied im Aufsichtsrat der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises mitarbeiten wird, hofft, auch auf diesem Weg die Vorhaben des Vereins unterstützen zu können. Treffpunkt mit den Politikern war die Eugen-Geinitz-Sicht. Der im September 2013 übergebene Landschaftsblick am Park- und Rastplatz an der B 96 gilt als eine geotouristische Sehenswürdigkeit in Mecklenburg-Vorpommern.
Parallel zu den Archäologen (Strelitzius berichtete), haben Mitarbeiter des Geologischen Landesdienstes Mecklenburg-Vorpommern fünf Jahre lang hunderte Schichtenprofile an ungefähr 340 Kilometern Trassenaufschlüssen beim Pipelinebau dokumentiert. Sie fanden unter anderem Riesenfindlinge und Ablagerungen eines späteiszeitlichen Seesystems.
Für die geologische Landeskartierung waren die über drei Meter tiefen Trassenaufschlüsse ein wahrer Volltreffer, konnten doch so frühere Flächenkartierungen überprüft und vielerorts verbessert werden. Die geologischen Kartierbefunde haben überraschende neue Erkenntnisse zur Eiszeit und der nachfolgenden Landschaftsentwicklung aufgezeigt. So wurden in der Nähe von Wittenburg 120 000 Jahre alte Torfablagerungen aus der Eem-Warmzeit entdeckt, die während der letzten Kaltzeit überprägt wurden. Bei Dobbertin konnten Ablagerungen eines großen späteiszeitlichen Seesystems nachgewiesen werden, an dessen Uferrändern während der ersten Erwärmungsphase vor mehr als 14 000 Jahren eine frühe Moorbildung mit erster lichter Baumvegetation aufwachsen konnte. Weiterlesen →