Schlagwörter

,

WelterbeOffensichtlich will MV-Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD, im Bild rechts) den Japanern am Beispiel Schwerins Erfahrungen vermitteln, wie man den Kaiser loswerden kann. Jedenfalls ist das aus einem Artikel in den Landtags Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern 5/2016 zu erahnen, auf den mich mein Blogfreund und Adelsexperte Rajko Lippert aufmerksam gemacht hat. In dem Beitrag wird vom Tag der offenen Tür anlässlich der Bewerbung der Landeshauptstadt für das UNESCO-Welterbe berichtet.

Brodkorb hatte bei einem Podiumsgespräch erklärt, das im 19. Jahrhundert der Feudalismus mit europäischen Netzwerken gegen seinen Untergang gekämpft habe. Auch in Schwerin habe die europaweit vernetzte Herrscherfamilie gegen ihren Untergang gekämpft. Und jetzt kommt es: In Schwerin könnten Japaner also etwas über Europa lernen! „Fragt sich nur, ob die das wissen wollen“, merkt Rajko Lippert an. „Oder wurde hier die Rechnung ohne die Japaner gemacht?“

Welterbe zu werden sei eine Wissenschaft für sich, ist dann noch zu erfahren. Ganz offensichtlich. An der Hochschule Wismar soll dazu sogar eine Professur errichtet und im September die Forschungsarbeit aufgenommen werden. Nun wisse man, wozu Millionen Euro an Steuergeldern in die Welterbebewerbung fließen, ätzt Lippert, Vorsitzender des Vereins Kulturgut Mecklenburg-Strelitz, gegen Brodkorb. Der Minister muss zum Ende der Legislaturperiode einiges aushalten, wie dieser Tage der hiesigen Zeitung zu entnehmen war. Zuletzt war ihm bei einer öffentlichen Diskussion im Kulturquartier in Neustrelitz in Abwesenheit schon attestiert worden, keine Ahnung vom Theater zu haben.