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Ehrenamtler lernen den Umgang mit mobilen Zäunen. Foto: NPA Müritz

Zur Unterstützung von Nutztierhaltern beim Herdenschutz gegen Wölfe hat sich in Norddeutschland ein Zusammenschluss von Studenten und Berufstätigen unterschiedlicher fachlicher Ausrichtungen gebildet. WikiWolves hat dieser Tage auf dem Landschaftspflegehof Müritzhof inmitten des Müritz-Nationalparks ehrenamtliche Betreuer im Umgang mit Nutztieren und beim Bau von Schutzzäunen geschult, wie das Nationalparkamt mitteilt.

wolf-1226703_1280 „Die Rückkehr der Wölfe nach Mecklenburg-Vorpommern kann nur erfolgreich sein, wenn Schäfer beim Herdenschutz unterstützt werden“, erklärt WikiWolves-Koordinatorin Nathalie Soethe. „Die wirtschaftliche Lage ist für viele Schäfer angespannt. Daran ist der Wolf nicht Schuld, aber ein Wolfsriss kann das Fass für den Tierhalter zum Überlaufen bringen“, so Soethe weiter. Die ehrenamtlichen Betreuer sollen den Kontakt zu Schäfern aufbauen und Hilfseinsätze begleiten.

Volker Spicher, Mitarbeiter des Nationalparkamts Müritz und Wolfsbeauftragter, referierte im Rahmen der Schulung über das Wolfsmanagement und mögliche Maßnahmen zum Herdenschutz. Die Initiative bezeichnete er als „wirklich tolle Idee“: „Die Freiwilligen unterstützen die Schäfer bei praktischen Präventionsmaßnahmen und der Austausch fördert das gegenseitige Verständnis.“

Igor Heinzel und Andre Neitzel vom Landschaftspflegehof am Ostufer der Müritz übten mit den Teilnehmern verschiedene Zaunbautechniken und den Umgang mit Schafen. Detlef Kracht von der Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V. stellte die Arbeit seiner Hunde vor. Eine Exkursion zu den Hütehunden eines Schäfers im Müritz-Nationalpark ergänzte die praktische Ausbildung.

Minister Backhaus freut Initiative „aus der Mitte der Gesellschaft“

„Mit Freude nehme ich zur Kenntnis, dass sich bei uns im Land Gruppen formieren, die jenseits von Partikularinteressen den Austausch zwischen denen fördern, die sich über die Rückkehr der Wölfe freuen, die sich dafür interessieren, oder aber denen, die konkret davon betroffen sind und den Tieren deshalb weniger wohl gesonnen sind“, betonte Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. „In der Mitte der Gesellschaft verankert, bergen diese Initiativen großes Potenzial, um fruchtbare Diskussionen anzuregen: über die Bedeutung von Wölfen, aber auch von Landwirtschaft, für uns Menschen und den Naturschutz.“

Tierhalter, die praktische Unterstützung bei Herdenschutzmaßnahmen brauchen, können sich unter http://www.wikiwolves.org/ informieren. Weitere Informationen zum Wolf in Mecklenburg-Vorpommern sowie zu den durch das Land angebotenen Fördermöglichkeiten können auf der Homepage www.lung.mv-regierung.de abgerufen werden.