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Die drei Gesellschafter der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz (TOG) sitzen heute Nachmittag am Tisch von Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD), um jede Menge offener Fragen im Zusammenhang mit der vom Land angestrebten Theaterfusion im Nordosten anzusprechen. Das erfuhr Strelitzius in einem Telefonat mit der Neustrelitzer Rathaussprecherin Petra Ludewig. Das Gespräch in Schwerin sei kurzfristig zustande gekommen.

Bürgermeister Andreas Grund wird Brodkorb ein Schreiben übergeben, in dem die Stadt Neustrelitz noch einmal wichtige Punkte zusammengefasst hat. Sie betreffen die Zukunft der Tanzkompanie, den Erhalt der Strukturen der TOG bis zu einer tatsächlichen Fusion und die Verwendung von Zuschüssen der Stadt und des Landes im möglichen Fusionsprozess. Ob Grund dabei tatsächlich Druck aufbauen kann, bleibt abzuwarten. Mit diesem Auftrag haben ihn jedenfalls die Stadtvertreter aus ihrer gestrigen Sitzung entlassen.

Dabei war erwartungsgemäß das vom Theaternetzwerk angestrebte Bürgerbegehren zur Rettung des Viersparten-Theaters mit großer Mehrheit für nicht zulässig erklärt worden. Die Kommunalverfassung ließ keine andere Möglichkeit zu, nachdem Rechtsexperten des Landkreises das Begehren wegen inhaltlicher Schwächen und Formfehlern negativ beschieden hatten. Die Fraktionen verlangen von Grund aber, den ersichtlichen Bürgerwillen auch bei den Verhandlungen mit dem Land zur Geltung zu bringen.

Neben dem heutigern Brodkorb-Termin soll zeitnah eine gemeinsame Sitzung des Ministers mit den Kulturausschüssen von Neubrandenburg, Neustrelitz und des Kreistages stattfinden. Unabhängig davon hat Bürgermeister Andreas Grund dem TOG-Intendanten Joachim Kümmritz in Absprache mit den anderen Gesellschaftern den Auftrag erteilt, zu einem möglichen Alleingang der TOG einen Wirtschaftsplan zu erarbeiten.

Kenner der Materie halten ein solches Autonomie-Szenario ohne empfindliche Abstriche am bisherigen Leistungsspektrum allerdings für nicht denkbar. Das Land würde sich in Größenordnungen aus der Theaterfinanzierung zurückziehen. Das hat Brodkorb bereits durchblicken lassen. Seine Kritiker bezeichnen diese Haltung als Erpressung. Pragmatiker verweisen darauf, dass Schwerin halt am längeren Hebel sitze.