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Netzwerk

Das Theaternetzwerk Mecklenburgische Seenplatte hat für den morgigen Donnerstag um 19.30 Uhr zur öffentlichen Stadtvertretersitzung im Neustrelitzer Rathaus alle seine Anhänger aufgerufen. Den Abgeordneten liegt nach gleichlautender Entscheidung der Kommunalaufsicht des Landkreises nun eine Verwaltungsvorlage auf dem Tisch, mit der das vom Netzwerk angestrebte Bürgerbegehren in der Residenzstadt zum Erhalt der Theater und Orchester GmbH in ihren jetzigen Strukturen für unzulässig erklärt werden soll. Für das Begehren waren rund 4000 Unterschriften gesammelt worden.

Das Stadtparlament kann rechtlich bedingt nur der Entscheidung der Kommunalaufsicht des Landkreises folgen. Auch der Kultur- und Bildungsausschuss sowie der Hauptausschuss hatten sich in den vergangenen Tagen mehrheitlich der Auffassung der Rechtsexperten angeschlossen und sie der Stadtvertretung empfohlen.

Wichtigster Punkt ist die Feststellung, dass das Bürgerbegehren nur anstrebe, was die Stadtvertretung bereits im Mai selbst angeschoben hat: Die Suche nach Alternativen zur vom Land angestrebten Fusion der Theater im Nordosten. Der Zusammenschluss würde zugleich das Ende des Viersparten-Theaters in Neustrelitz/Neubrandenburg bedeuten.

In einem offenen Brief, der allerdings diesmal die Unterschriften der führenden Netzwerker vermissen lässt, an Bürgermeister Andreas Grund und die Stadtvertreter wird von „fadenscheinigen juristischen Winkelzügen gesprochen, mit denen der deutlich manifestierte Bürgerwille abgewürgt werden soll“. Dies sei ein „politisches Armutszeugnis ersten Ranges“.

Kritiker werfen den Netzwerkern mangelnden Realitätssinn vor. So könne Neustrelitz als kleinster Gesellschafter innerhalb der TOG nie im Alleingang ein Viersparten-Theater stemmen. Statt dessen sollten die Fusionsverhandlungen mit dem Land genutzt werden, der Stadt und der Region so viel Theater wie möglich zu erhalten. Diese Position hat sich auch in der Stadtvertretung Neubrandenburg und im Kreistag durchgesetzt.