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Doktor

Der Dr. Parpart in Neustrelitz muss ein sehr feinsinniger Mensch sein. Ich bin ja kein Patient bei ihm, muss aber ab und zu mal für ein Rezept in die Praxis am Neustrelitzer Markt, wenn mein angestammter Medizinmann sich Urlaub gönnt.

Matthias Parpart, Allgemeinmediziner und Homöopath, erfreut nicht nur mit der schönsten Sprechstundenhilfe weit und breit, sondern auch mit einem höchst angenehmen Wartezimmer. Davon abgesehen, dass meine Verweildauer hier nun schon zweimal rekordverdächtig niedrig war.

Der Doktor hat außerdem für ein Bücherregal gesorgt, und wer sich da festliest, kann das Druckwerk für 50 Cent sogar zu seinem Eigen machen. Schließlich finden sich auch noch ausgewählte Texte hinter Glas, die mich zu einer Premiere in meinem Blog verleiten.

Die Rede „Als ich mich selbst zu lieben begannn…“, die sich Charlie Chaplin zu seinem 70. Geburtstag gehalten hat, kannte ich schon. Ein geniales Stück! Daneben aber ein Gedicht von Eugen Roth. Der Wortschmied selbst fehlt nicht in meiner Bibliothek, aber dieses Kunststückchen war mir neu. Und bevor ich es jetzt hier einstelle, sei noch angemerkt, dass es 1935 geschrieben wurde. Manche Dinge scheinen sich nie zu ändern.

Kassenhass

Ein Mann, der eine ganze Masse
Gezahlt hat in die Krankenkasse,
Schickt jetzt die nötigen Papiere,
Damit auch sie nun tun das ihre.
Jedoch er kriegt nach längrer Zeit
Statt baren Gelds nur den Bescheid,
Nach Paragraphenziffer X
Bekomme er vorerst noch nix,
Weil, siehe Ziffer Y,
Man dies und das gestrichen schon,
So daß er nichts, laut Ziffer Z,
Beanzuspruchen weiter hätt.
Hingegen heißt’s, nach Ziffer A,
Daß er vermutlich übersah,
Daß alle Kassen, selbst in Nöten,
Den Beitrag leider stark erhöhten
Und daß man sich, mit gleichem Schreiben,
Gezwungen seh, ihn einzutreiben.
Besagter Mann denkt, krankenkässlich,
In Zukunft ausgesprochen häßlich.