Katja Hoyer, Historikerin und Autorin von „Diesseits der Mauer“.
Katja Hoyer hat ein umstrittenes Buch über den Alltag in der DDR geschrieben. In der kommenden Woche stellt die SPIEGEL-Bestsellerautorin ihr Werk „Diesseits der Mauer“ im Rahmen einer Lesung in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg vor. Lesungsort am Donnerstag, 23. Mai, um 18 Uhr, ist die St. Johanniskirche.
Katja Hoyer schildert in ihrem Buch vierzig Jahre deutschen Sozialismus aus der Sicht derer, die ihn erlebt haben. Dafür führte sie zahlreiche Interviews mit ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern der DDR aus allen Schichten. Das Ergebnis ist eine umfangreiche Geschichte der DDR, die nicht beschönigt, aber den Blick auf die DDR erweitert, präzisiert und erhellt. Der Eintritt ist frei.
Fast auf den Tag genau fünf Jahre nach dem Tod der ehemaligen Landtagspräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Sylvia Bretschneider wurde gestern in Neubrandenburg ihr zu Ehren eine Hinweistafel nahe des geplanten Weges mit ihrem Namenszug und ihres früheren Wohnortes enthüllt. Neben der amtierenden Landtagspräsidentin Birgit Hesse und der Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt richtete auch Oberbürgermeister Silvio Witt einige Worte an die Familie, langjährige Weggefährten und Gäste.
Birgit Hesse, Präsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, hob hervor: „Sylvia Bretschneider war eine mutige und entschlossene Politikerin, eine starke Repräsentantin unseres Bundeslandes und ihrer Heimatregion. Der Landtag wählte sie insgesamt viermal zur Präsidentin. Das Amt war für Sie 17 Jahre lang stets Auftrag und Verpflichtung. Sie repräsentierte unser Landesparlament überaus würdig und vertrat dessen Interessen mit Nachdruck. Unter ihrer Präsidentschaft wurde das Parlament umfassend für Besucherinnen und Besucher geöffnet, ganz besonders für junge Menschen. Die parlamentarische Zusammenarbeit im Ostseeraum über Grenzen hinweg hat sie gemeinsam mit anderen intensiv befördert. Unvergessen bleibt ihr klarer Kompass für die parlamentarische Demokratie und die unveräußerlichen Menschenrechte. Sylvia Bretschneider bot Rechtsextremismus, Gewalt und Ausgrenzung stets die Stirn. Sie ging auch dorthin, wo es ungemütlich werden konnte. 2008 war sie Mitbegründerin der landesweiten Initiative »WIR. Erfolg braucht Vielfalt«, welche sich seitdem in Mecklenburg-Vorpommern für Demokratie, Toleranz sowie Respekt der Menschenwürde einsetzt,“ so die Landtagspräsidentin. „Nie vergessen hat sie ihre Heimatstadt Neubrandenburg. Hier lebte sie mit ihrer Familie, engagierte sie sich in der Lokalpolitik und schwärmte allerorten immer wieder von dieser Stadt. Sie engagierte sich voller Hingabe für die Menschen in ihrer Region, keine Sorge war ihr zur klein. Heute ehrt die Stadt eine starke und ganz wunderbare Frau, die vielen anderen Frauen bis heute Vorbild ist. Mich berührt das sehr, weil damit die Erinnerung an einen besonderen Menschen wachgehalten wird.“
Am kommenden Sonnabend, den 20. April, lädt die beliebte Kammerfrau Hagedorn um 16 Uhr zu einem stadthistorischen Spaziergang durch die Residenzstadt Neustrelitz ein. Sie erzählt, welche prominenten Gäste den Strelitzer Hof besuchten und welche Künstler, Wissenschaftler, Ärzte oder Baumeister am Hof wirkten. Die Teilnehmer*innen erfahren auch, welche Persönlichkeiten in Neustrelitz geboren wurden oder starben und wer den Namen der Residenzstadt in die Welt hinaustrug. Hinter der Kammerfrau verbirgt sich die Strelitz-Kennerin Sandra Lembke, die wie keine andere die Geschichten und Personen am Strelitzer Hof kennt.
Die Teilnahme kostet 8 €, für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren 2 €. Für Kinder unter 6 Jahren ist die Teilnahme kostenfrei. Die Teilnahmegebühr beinhaltet den Eintritt ins Museum. Treffpunkt ist im Kulturquartier.
Am morgigen Donnerstag, den 4. April, lädt das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz um 19 Uhr zu einem unterhaltsam-informativen Vortrag von Dr. Sven Müller zur Havelquelle in historischer Zeit und die Mühle zwischen Pieversdorf und Freidorf ein. Zum 750. Jahrestag der Ersterwähnung der „Havelquelle“ und der Ortschaft Pieverstorf in einer lateinischen Urkunde vom 23. April 1273 stellt der Referent seine „Entdeckung“ der am Havellauf historisch nachweisbar ersten Mühle am Südufer des Mühlensees vor, sowie die ebenfalls belegbare Identifikation der drei westlich von Ankershagen liegenden Seen (Bornsee, Trinnensee und Mühlensee) als die natürlichen Havelquellseen zur Zeit der deutschen Ostsiedlung.
Sven Müller bemerkte bei der Lektüre heimatkundlicher Forschungsliteratur einen aktuellen Bedarf an einer Revision des mittelalterlichen lateinsprachigen Urkundenbestandes für das Untersuchungsgebiet. Die überraschenden Ergebnisse sollen einem heimatkundlich interessierten Publikum vorgestellt werden. Dr. Sven Müller wurde 1972 in Neustrelitz geboren. Er studierte Altphilologie (Altgriechisch und Latein) sowie Indogermanistik (vornehmlich Pali und Sanskrit) und Allgemeine Geschichte in Rostock und Marburg und promovierte 2006.
Der Eintritt kostet 8 €, ermäßigt 5 €. Zur besseren Planung der Bestuhlung wird um Anmeldung gebeten unter 03981-2390999 oder info@kulturquartier-neustrelitz.de
Ich gebe unumwunden zu, dass ich Vorurteile hatte. Auch Bücherwürmer haben ihre bevorzugte Lektüre, und ein historischer Liebesroman ist normalerweise eher nicht das, was mich zum Lesen animiert. Erst recht nicht, wenn auch noch das Cover einigermaßen kitschig daherkommt. Andererseits sind der Mirower Autor Frank Pergande und meine Wenigkeit Berufskollegen, haben beide Jahrzehnte als Journalisten gearbeitet, nachdem uns die Alma Mater in Leipzig diplomiert entlassen hatte. Und wir haben zuletzt gemeinsam bei den FreiGespielten auf der Komödien-Bühne gestanden und unseren Affen Zucker gegeben.
Also habe ich bei so viel Verwandtschaft eine Ausnahme von der Regel gemacht und binnen einer Woche „Sommerliebe auf Schloss Bothmer“ gelesen. Es war mein erster Pergande, und ich war 350 Seiten lang sehr angenehm überrascht. Musste mich weiß Gott nicht quälen, mehr noch: Dem Mirower, der mit zwei Krimis erfolgreich debütierte, ist auch im neuen Genre ein richtig gutes, lebendiges Buch gelungen. Meine Verneigung schließt die Handlung um Hans Kaspar von Bothmer und seinen Freund Georg Friedrich Händel, die von London auf die Schlossbaustelle im Klützer Winkel reisen, und Rechercheaufwand gleichermaßen ein. Erst mitten im Band fällt es dem Schriftsteller ein, dass er sich nun langsam dem im Untertitel angekündigten Liebesroman zuwenden müsste. Aber auch dann bleibt dieser (zum Glück) unterschwellig.
Am Mittwoch, dem 13. März, um 14 Uhr, laden die PC-Senioren Neustrelitz und das Kulturquartier zum vierten Teil der beliebten Vortragsreihe mit Herbert Wiele zu historischen Bildern von Neustrelitz ein. Herbert Wiele ist ein hervorragender Kenner und Sammler historischer Bilder und verfügt über ein umfangreiches geschichtliches Wissen zu Neustrelitz.
Bei einem Spaziergang durch unsere ehemalige Residenzstadt fallen immer wieder die barocken Gebäude und die Schönheit des Schlossparks ins Auge. Veränderungen und ein Blick in die Vergangenheit stehen bei dem Vortrag im Vordergrund. Herbert Wiele zeigt Bilder von gestern und heute und teilt sein großes Wissen zur Neustrelitzer Geschichte mit den Gästen.
Der Eintritt kostet 1 €. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Am Donnerstag, den 18. Januar, stellt der Historiker Dr. Tobias Pietsch um 18.30 Uhr im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz sein jüngst veröffentlichtes Buch „Vom Ritterhof zum Gut“ vor.
Die Anfänge der besonders östlich der Elbe ausgeprägten Gutswirtschaft reichen bis in das 15. Jahrhundert zurück. Im Gegensatz zu der Geschichte der Schlösser und Herrenhäuser ist über die Anfänge der Landgüter und Gutherrschaften bisher wenig bekannt. Tobias Pietsch ist diesen rätselhaften Wurzeln nach umfangreichen Archivrecherchen auf die Spur gekommen. Seine Forschungsergebnisse zeigen die Höhen und Tiefen adliger Eigenwirtschaften in Mecklenburg in Zeiten großer Krisen auf. Einige hundert der 810 Ritterhöfe Mecklenburgs und unzählige Familien des Niederadels haben diese Zeit nicht überstanden.
Der Eintritt zu der Lesung kostet 8 €, 5 € ermäßigt. Zur besseren Planung der Bestuhlung wird um Anmeldung gebeten unter 03981 23909-99 oder info@kulturquartier-neustrelitz.de
Das Neustrelitzer Rathaus 1981 und heute. Fotos: Burghard Neumann
Die Neustrelitzer Facebook-Seiten sind um eine Vertreterin reicher. Burghard Neumann steckt hinter „Neustrelitz – damals und heute“. Er debütiert in den sozialen Netzwerken und hat mich gebeten, ein bisschen Starthilfe zu geben. Der ehemalige Neustrelitzer im brandenburgischen Ruhestand hat sich entschlossen, seine alten Fotos aus den 80-er Jahren nicht in der Schublade verkommen zu lassen, sondern einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Hinzu kommen Schnappschüsse, die sein Onkel Harry Steinberg gemacht hat.
So ziemlich jede Woche will er ein weiteres historisches Bild mit dem Vergleich zur Gegenwart einstellen, wie Strelitzius von seinem Leser erfuhr. Und es gibt von Burghard Neumann natürlich ein paar Zeilen der Erläuterung und Kommentierung obendrauf. Es lohnt sich also, immer mal wieder bei Facebook nachzuschauen und vielleicht eigenen Erinnerungen nachzuhängen.
Unter den vielen Nettigkeiten, die mich von meinen Lesern erreichen, ist es manchmal dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Thomas Fenner hat mich in einer Zuschrift völlig unverdient zum „absoluten Experten in Sachen Fußball in Neustrelitz“ ernannt. Danke trotzdem für die Blumen! Die Beförderung hat mein Blogfreund mit einer Prüfungsfrage verbunden: „In der Saison 1962/63 hat Empor Neustrelitz sehr souverän den Aufstieg in die DDR-Liga geschafft. Weshalb wurde die Mannschaft disqualifiziert?“
Nun war ich 1963 gerade acht Jahre alt und begann in der Werner-Seelenbinder-Halle beim TSC Berlin dem Eishockey-Puck hinterherzujagen. Kicken, seinerzeit null Interesse. Und dass es ein Neustrelitz gibt, wusste ich noch gar nicht. Das zum Thema „Fußballexperte“. Ich habe also Thomas Fenners Frage schlau an TSG-Sprecher Stephan Neubauer weitergegeben, und der hat prompt geliefert. Wissen ist wissen, wer es wissen könnte.