Schlagwörter
Geschichte, Liebesroman, Mecklenburg-Strelitz, Mirow, Pergande, Rezension, Schloss Bothmer
Ich gebe unumwunden zu, dass ich Vorurteile hatte. Auch Bücherwürmer haben ihre bevorzugte Lektüre, und ein historischer Liebesroman ist normalerweise eher nicht das, was mich zum Lesen animiert. Erst recht nicht, wenn auch noch das Cover einigermaßen kitschig daherkommt. Andererseits sind der Mirower Autor Frank Pergande und meine Wenigkeit Berufskollegen, haben beide Jahrzehnte als Journalisten gearbeitet, nachdem uns die Alma Mater in Leipzig diplomiert entlassen hatte. Und wir haben zuletzt gemeinsam bei den FreiGespielten auf der Komödien-Bühne gestanden und unseren Affen Zucker gegeben.
Also habe ich bei so viel Verwandtschaft eine Ausnahme von der Regel gemacht und binnen einer Woche „Sommerliebe auf Schloss Bothmer“ gelesen. Es war mein erster Pergande, und ich war 350 Seiten lang sehr angenehm überrascht. Musste mich weiß Gott nicht quälen, mehr noch: Dem Mirower, der mit zwei Krimis erfolgreich debütierte, ist auch im neuen Genre ein richtig gutes, lebendiges Buch gelungen. Meine Verneigung schließt die Handlung um Hans Kaspar von Bothmer und seinen Freund Georg Friedrich Händel, die von London auf die Schlossbaustelle im Klützer Winkel reisen, und Rechercheaufwand gleichermaßen ein. Erst mitten im Band fällt es dem Schriftsteller ein, dass er sich nun langsam dem im Untertitel angekündigten Liebesroman zuwenden müsste. Aber auch dann bleibt dieser (zum Glück) unterschwellig.
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