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Gefühlt so ziemlich alle in meinem Umfeld sind krank. Meine Wenigkeit nicht minder, ich habe für dieses Wochenende alle Außentermine abgesagt, und auch meine Schwiegermutter in Burg Stargard hat es erwischt. Dabei wollte ich die über 80-Jährige gerade heute von den Wonnen chinesischer Küche überzeugen, nachdem sie im Vorfeld gestanden hatte, diesbezüglich noch keinen ernstzunehmenden Kontakt gehabt zu haben. Mission impossible. Gute Besserung für unser Familienoberhaupt Rosi, das Essen holen wir nach.

Schleppen musste ich mich nun gerade nicht an den Herd. Mit letzter Kraft griff er zum Messerblock… Ich koche ja aus Leidenschaft und gehe so weit zu behaupten, dass mein Wohlbefinden zwischen Schneidbrett und Pfanne eher gestärkt wird. Außerdem hatte ich ordentlich Zutaten eingekauft, und die wollten nun auch verarbeitet werden. Lebensmittel wegwerfen, nur über meine Leiche!

Eine von der Holden herangeschaffte Schweinelende habe ich in dünne Scheiben geschnitten und das Fleisch mit drei Esslöffeln Sojasauce sowie einem ordentlichen Schwung Chili-Flocken mariniert. Eine halbe Stunde zugedeckt im Kühlschrank dürfte die schweinische Vorfreude auf die Feuertaufe erheblich gesteigert haben. Dann habe ich noch zwei Esslöffel Stärke mit drei Esslöffeln Sojasauce, einem Esslöffel Branntweinessig sowie einem Viertelliter Wasser angerührt und beiseite gestellt.

Champignons bio, aber klasse

Nun begann das große Schnitzen und Säbeln: Zwei Stangen Porree in dünne Scheiben, zwei Möhren und einen beleibten Zucchino in Stifte, je eine rote, grüne und gelbe Paprika in Streifen sowie 500 Gramm braune Champignons in Hälften verwandeln. Also, mich überkommt dabei immer eine große Ruhe. Apropos Pilze: Die waren bio, trotzdem preiswert, und wo es sonst in der Kategorie häufig schrumpelt, hatten die Erdlinge Klasse. Mehr kann man nicht erwarten.

Den Wok aus dem Küchenschrank holen und zwei Esslöffel Olivenöl in die Pfanne geben. Temperaturregler auf Maximum, Bläschentest am Holzspatel und das Fleisch anbraten. Zwischenzeitlich ausgetretene Flüssigkeit abgießen. Sobald sich kräftigere Bräunung einstellt, die Lendenscheiben aus dem Wok herausnehmen und warm stellen.

Noch einmal zwei Esslöffel Öl in den Wok gießen. Erst Lauch und Möhren, nach zwei Minuten Pfannenrühren das übrige Gemüse und nach noch einmal zwei Minuten das Fleisch hinzugeben. Zum Finale die Stärkemischung unterrühren, bis das Gericht geliert. Den Schlusspunkt hat die Salzmühle gesetzt. So nebenbei habe ich noch eine Reismischung gegart, schon ging es zu Tisch.

Essen und Trinken hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Ich wünsche allen Leidensgenossen in der Strelitzius-Gemeinde, dass Ihr bald wieder auf dem Damm seid.