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Sven Müller. Fotos: Jörg Metzner

Intendant und Operndirektor Sven Müller, Generalmusikdirektor Sebastian Tewinkel und Schauspieldirektorin Tatjana Rese haben heute das Programm der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/ Neustrelitz für die neue Spielzeit 2022/23 vorgestellt. Die Besucher erwarten 18 Premieren im Musiktheater und Schauspiel, davon eine Uraufführung, zwei eigene Theaterfassungen, zehn Philharmonische Konzerte und vieles mehr.

Sechs Premieren stehen im Musiktheater an

Tschaikowskis „Eugen Onegin“ konnte in der vergangen Spielzeit wegen des pandemiebedingten Spielverbotes nicht herausgebracht werden, das wird nun nachgeholt. „Wir halten es für wichtig, dass wir in dieser Zeit des unerträglichen russischen Krieges gegen die Ukraine nicht pauschal alle Meisterwerke der russischen Kultur aus den Spielplänen streichen“, betonte Sven Müller. Mit Samuel Barbers „Vanessa“ stehe eine spätromantische amerikanische Oper voller Psychologie auf dem Programm und mit der neuen norddeutschen Bieroperette „Hopfen und Malz“ von Daniel Behle „versuchen wir, unser geliebtes Genre der Operette durch unterhaltsame neue Stücke weiterzuschreiben“.

Mit Donizettis „Liebestrank“ sei eine der charmantesten und bekanntesten Opern zu erleben, bevor auf dem Schlossberg die Saison mit Paul Abrahams großer Operette „Viktoria und ihr Husar“ voller bekannter Schlagermelodien abgeschlossen wird.

Schauspieldirektorin verabschiedet sich

Tatjana Rese

Mit zwölf Premieren verabschiedet sich Schauspieldirektorin Tatjana Rese in ihrer letzten Spielzeit von der TOG. Eröffnet wird mit William Shakespeares „Der Sturm“. Mit einer Theateradaption von „Über Menschen“, dem Erfolgsroman von Juli Zeh aus dem Jahr 2021, „reagieren wir in eigener Theaterfassung sehr aktuell auf die Zuspitzung politischer Reflexe der letzten Monate“, so Rese. Wieder spielt dieser Roman in einem unserer Region recht ähnlichen ländlichen Milieu, wobei sich die Autorin nicht scheut, die Risse in unserer Gesellschaft deutlich offen zu legen. „Der eingebildete Kranke“ Argan und die zwei Brandenburger Hannes und Ralle, die „Warten(d) auf‘n Bus“ (Eigene Fassung) in einer Haltestelle viele Stunden verbringen und über Gott und die Welt philosophieren, sind clowneske Protagonisten im Programm und rütteln mit lustvollem Spaß an gesellschaftlichen Grundfesten.

Mit Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ findet ein großer moderner Klassiker seinen Platz im Spielplan, der aufwühlen wird. „Außerdem planen wir ein großes Ensembleprojekt im Schauspielhaus Neubrandenburg: ‚Der Preis der Freiheit‘ lautet der Arbeitstitel der Uraufführung. Als Autor konnten wir den Medientheoretiker und Wissenschaftsautor Matthias Eckoldt für das Vorhaben gewinnen. Mit diesem interaktiven Theaterprojekt wollen wir auch mit Ihnen gemeinsam bewegende Fragen stellen: Ist Freiheit nur eine Illusion? Welche und wessen Freiheit meinen und wollen wir? Wer bezahlt den Preis der Freiheit? Oder ist Freiheit unbezahlbar?“, informierte Tatja Rese. Diese Inszenierung ist auch ein Theaterbeitrag der TOG zum 775. Jubiläumsjahr der Stadt Neubrandenburg.

Mit dem heiteren, fast metaphorischen Ausklang des Schauspiel-Musicals „Ein Käfig voller Narren“, das neben einer großartigen musikalischen Unterhaltung für Toleranz und Diversität steht, geht das Schauspielensemble dann in die Theaterferien.

Philharmoniker geben zehn Konzerte

Sebastian Tewinkel

Die Neubrandenburger Philharmonie hat wieder zehn Philharmonische Konzerte im Programm. Zusätzlich wird es Konzerte zum 3. Oktober, Silvester und Neujahr sowie Gastspiele in Berlin und bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern geben. Artist in residence ist in der kommenden Spielzeit Oboist Kai Frömbgen, der als Solist vor dem Orchester, aber auch als Kammermusiker mit den Kolleginnen und Kollegen zu erleben sein wird.

Die Neubrandenburger Philharmonie engagiert sich außerdem für die Ausbildung des dirigentischen Nachwuches durch eine regelmäßige Kooperation mit den Musikhochschulen in Berlin, Frankfurt/Main und Rostock sowie dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrats. Im Sommer 2023 endet die Zeit von Chefdirigent und Generalmusikdirektor Sebastian Tewinkel an der TOG.

Viel Abwechslung für Kinder

Auch für Kinder und Jugendliche gibt es ein abwechslungsreiches Programm. Zu Weihnachten werden Ottfried Preußlers „Die Kleine Hexe“ und Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ auf den Bühnen zu erleben sein. Die Stücke „Petty Einweg“ und „Bär“, die sich dem Thema Umwelt widmen, und die Mobbing-Geschichte „Erste Stunde“ spielt die TOG in den Klassenzimmern in der Region.

Im Anhang das Jahresheft zur Spielzeit 2022/23 mit allen detaillierten Informationen, auch zu den Ensembles, Abos etc. Einfach klicken!