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Wenige Tage vor der 3. Schlossberg-Konferenz in Neustrelitz am kommenden Mittwoch im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz, zu der die Stiftung Mecklenburg und die Stadtvertretung eingeladen haben (Strelitzius berichtete), hat sich der in der Residenzstadt lebende Bauexperte Prof. Helmut Böhme zu Wort gemeldet. In seinem Statement spricht sich die Koryphäe gegen die vom Land favorisierte Überdeckung des Schlosskellers mit einer Stahlbetondecke unter Nutzung der noch vorhandenen und verwendbaren Kappengewölbe aus. Das könne nicht ohne eine Schädigung des Kellers einhergehen, warnt Böhme. Er favorisiere eine Sanierung der vorhandenen Decke, ohne sie anschließend mit Stahlbeton zu vergießen. Böhme hat beide Varianten zeichnen lassen und mir zur Verfügung gestellt.

Ähnliche Ansichten vertritt auch Holger Wilfarth vom Büro für Nachhaltigkeit in Neustrelitz. „Für mich kommt eine Stahlbetondecke an dieser Stelle dem Sarkophag in Tschernobyl gleich. Der Keller wird darunter begraben“, äußerte er auf Anfrage. Wilfarth wird mit einem Referat auf der Konferenz in der kommenden Woche in der Residenzstadt vertreten sein.

Laut Vereinbarung vom Dezember vergangenen Jahres (Strelitzius berichtete) trägt das Land die für die Überdeckung des Kellers, dessen Begehbarmachung sowie die Oberflächengestaltung des früheren Schlossareals notwendigen Kosten. Eine Nutzung der Keller oder nutzungsbedingte Kostenbeteiligung durch das Land ist nicht vorgesehen. Grundlage für die Oberflächengestaltung des Schlossberges soll das Ergebnis des Gestaltungswettbewerbs bleiben. Das Land Mecklenburg-Vorpommern sichert darüber hinaus eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 75 Prozent (maximal drei Millionen Euro) an der Errichtung eines Schlossturms zu, der durch die Residenzstadt Neustrelitz errichtet werden soll. Derzeit werden dafür Kosten von vier Millionen Euro veranschlagt.