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Das Gesundheitshaus Mirow hat die Chance, bei seiner geplanten Erweiterung von europäischen Fördermitteln zu profitieren, ausgereicht durch das Land. Insgesamt elf Projekte haben sich im Rahmen eines Wettbewerbs in Mecklenburg-Vorpommern durchgesetzt, die jetzt bis Ende 2023 realisiert werden sollen. Die Auswahl wurde durch die Lokalen Leader-Aktionsgruppen getroffen. Ziel ist, insbesondere die Versorgung mit Haus- und Kinderärzten im ländlichen Raum zu verbessern. Dafür stehen sechs Millionen Euro an Fördergeld zur Verfügung.
Um von den Fördermitteln zu profitieren, müssen die ausgewählten Vorhabenträger bis zum 15. März einen formalen Förderantrag beim örtlich zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt stellen. Die Gesamtinvestitionssumme für die elf ausgewählten Vorhaben beträgt rund 14,5 Millionen Euro.
Ich bin als Dorfmoderatorin von einer Frau unseres Dorfes angesprochen worden. Sie bat mich, mich an Strelitzius zu wenden, da sie darüber empört ist, dass für das Gesundheitshaus Fördermittel fließen, aber demnächst dort ein Urologe praktizieren kann, der Privatpatienten behandelt bzw. Kassenpatienten, die ihre Behandlung selber bezahlen müssen. Natürlich finde ich auch, dass an so ein Gesundheitszentrum im ländlichen Raum Ärzte gehören, die auch für Kassenpatienten kostenlos praktizieren. Es wäre zumindest wünschenswert. Andererseits ist mir aber auch klar, dass das Gesundheitshaus privat geführt wird, Frau Dr. Uta Arndt dafür in Verantwortung steht und ihr sowohl Fördergelder zustehen, als auch die Entscheidung, mit wem sie letztendlich zusammenarbeiten will. Zumindest sollte aber die Frage mal in den öffentlichen Raum gestellt werden, ob das ein gutes Bild abgibt. Freundliche Grüße
Die Ansiedlung eines Urologen im Mirower Gesundheitshaus hat mit den Fördermitteln nichts zu tun. Ich habe mit Frau Dr. Arndt gesprochen. Danach wird der Kollege in bereits bestehenden Räumlichkeiten praktizieren. Er selbst würde sehr gern gesetzliche Kassenpatienten auch unentgeltlich behandeln, erhält aber dafür von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) schlichtweg keine Zulassung, da der Bevölkerungsschlüssel im von Neubrandenburg bis Schwarz reichenden Versorgungsraum bereits ausgereizt ist. So bleibt in Mirow nur Behandlung auf Rechnung, wobei sich die Vergütung der Leistungen am untersten Gebührenrand bewegt. Immerhin können dadurch extrem lange Wartezeiten auf einen Termin bei einem Urologen verkürzt werden.
Frau Dr. Arndt, die sich sehr über die Neuansiedlung im Gesundheitshaus freut, bemüht sich nach eigener Aussage seit rund zwölf Jahren bei der KV und der Landespolitik um eine Änderung der Zulassungsbestimmungen, bislang vergeblich. Sie freut sich über jede Unterstützung in ihrem Bemühen um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Und, um weiteren Gerüchten vorzubeugen: Die Medizinerin verdient, wie sie betont, mit der Niederlassung des Urologen kein Geld.