
Zu meinen absoluten Favoriten gehören mit Hack gefüllte Paprikaschoten. Die habe ich schon als Kind gemocht, wenn meine Mutter sie aus dem Bräter aufgetischt hat. Ich hoffe, sie hört mich jetzt da oben, Küche war ja ansonsten nicht so ihr Ding. Jetzt habe ich die Stopflinge neu entdeckt, und das eigentlich nur, weil ich das Messer anders angesetzt habe. Man kann die Teile ja auch halbieren und auf ein Ofenblech setzen.
Am Ende haben wir keine weiteren Beilagen gebraucht, alles eine Frage der Menge. Und die übrig gebliebenen Hälften haben auch nach der Mikrowelle in der Küche meiner Broterwerbsstätte noch eine gute Figur gemacht und Geschmack bewahrt. Wohlgemerkt, zwei Tage später.
Ich habe zwei rote und zwei gelbe Paprika längs geteilt, entkernt und das Weiße herausgeschnitten. Wer auf ein bisschen Show steht, lässt an jeweils einer Hälfte den Stengel dran. Vor dem Versuch, diesen auch noch zu teilen muss ich allerdings aus Arbeitsschutzgründen warnen. Dann habe ich das Backblech aus dem Ofen gezogen, den später auf 200 Grad Ober-und Unterhitze aufgeheizt, und das Blech mit Backpapier ausgekleidet.

Drei Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden, das Grün zum finalen Schmücken aufbewahren. Kidneybohnen (eine Dose/200 Gramm) in einem Sieb warm duschen und dann abtropfen lassen. Jetzt wird geknetet. Meine Stammleser wissen ja bereits, dass es in meiner Küche nur Rinderhack gibt, natürlich ist auch gemischtes Hackfleisch zu verwenden. Ein Pfund Fleisch sollte es jedenfalls sein, dazu die Zwiebelringe, ein Ei, und drei Esslöffel passierte Tomaten sowie natürlich die Bohnen. Mit Salz, Kreuzkümmel und Cayennepfeffer kräftig würzen, anschließend die Masse in die Schotenhälften füllen. Noch ein paar Spritzer Olivenöl, und dann geht es auf mittlerer Schiene für eine halbe Stunde in die Wärme.

Zum guten Schluss das Grün drüberstreuen und servieren. Wer frische Kräuter parat hat, Koriander passt gut dazu. Vorsicht, die Schoten werden sehr heiß! Guten Appetit! Ach so, die Frage der Menge: Ich hatte drei , die Holde zwei, drei gingen in die Beste-Reste-Verwertung. Ein Besucher wäre also auch noch willkommen und satt gewesen. Und weil wir gerade bei Hälften waren: Meine bessere Hälfte fühlte sich ein bisschen an mein Chili con carne erinnert. Das wird wohl Folgen haben.
Es gilt also, nicht nur immer mal wieder den Blickwinkel sondern ab und an mal den Schnittwinkel zu ändern. 😉 Das Auge isst auf jeden Fall auch mit. Es sieht recht appetitlich aus.
Überspitzt ergänzt würde ich die Frage in den Raum stellen, was bei diesem Gericht an Chili con carne erinnert? Es ist allerdings eine rhetorische Frage, die anspielt auf eine Diskussion, der ich mal beiwohnte, wo es um das Original-Chili-Rezept ging. Das Ergebnis: Was wir mit dem Namen Chili con carne verbinden, ist ein deutsches oder europäisches Gericht, die ursprünglicheren Versionen würde heute aber wohl kaum noch einer essen. Für ein deutsches Chili finden wir oben viele, fast alle nötigen Zutaten, manche machen ja auch noch Mais oder Schokolade ran. Für eine ursprüngliche Version findet man nichts, zumindest nichts in der richtigen Form. Stellen wir uns den Cayennepfeffer ungemahlen und ungetrocknet in der frischen Form vor (vulgo Chili) und trocknen wir dafür das Rindfleisch, kämen wir in die richtige Richtung.
So, jetzt deaktivere ich meinen Besserwissermodus wieder. 😉 Irgendwie kann ich mein Lehrerstudium wohl doch nicht hinter mir lassen. 😉