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Eine Blogfreundin hat mir dieser Tage verraten, sie entscheide erst in der Kaufhalle nach Angebot, was es am Wochenende zu essen gibt. Was den Vorteil hat, dass sie keine Enttäuschungen erlebt. Ich stehe trotzdem auf meine Methode. Sie zwingt mich zur Kreativität, wenn sich ein Handelsversagen offenbart. Und irgendetwas fehlt hierzulande immer.

Nachdem es nun endlich wieder Fenchel gibt, meine Leser werden sich an mein Wehklagen erinnern, waren an diesem Freitag doch tatsächlich keine Lauchstangen zu haben. Ich will ja dem Immergut-Völkchen nicht die Marktlücke in die Schuhe schieben, aber das Ausfallen des Grundnahrungsmittels Porree ist ansonsten schwer erklärbar.

Dafür gab es Frühlingszwiebeln, und wer jetzt von ihnen liest, kann sich ja auch Lauch denken. Ich habe ein Bund quer geschnitten und das Grün für die Kamera aufgehoben. Zwei Lauchstangen hätten es auch getan. Drei Möhren haben gleichfalls den Querschnitt erlebt, drei Fenchelknollen wurden vom Strunk befreit, erst halbiert und dann in Scheiben verwandelt. Das Fenchelgrün abzupfen und ebenso für die Deko beiseite stellen. Fünf Tomaten wurden in Spalten und ein Kohlrabi in Scheibchen gesäbelt. Dann noch drei Knobizehen schälen.

500 Gramm Wildlachs habe ich mundgerecht portioniert, mit Zitronensaft beträufelt, gesalzen und gepfeffert. Dann habe ich noch 200 Milliliter Gemüsebrühe hergestellt und 100 Milliliter trockenen Weißwein abgemessen.

Jetzt etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und das Gemüse darin andünsten. Die Knoblauchzehen darüber pressen, Salz und Pfeffer über das Gemüse und mit Brühe und Wein sowie 150 Millilitern Sahne auffüllen. Dazu ein halbes Briefchen abgeriebene Zitronenschale geben. Bei mäßiger Hitze fünf Minuten offen köcheln lassen.

Schnupsig oder durch, ist die Frage

Nun die Fischstücke aufsetzen, Deckel auf die Pfanne und noch einmal fünf bis sieben Minuten bei schwacher Hitze garen lassen. Ich habe das Gemüse gern schnurpsig, soll gesünder sein. Wer es durch bevorzugt, gibt ein paar Minuten Hitze hinzu. Mit dem Zwiebel- und dem Fenchelgrün garnieren und geradewegs auf den Tisch.

Dazu passen gesalzene Tüften. Ich habe Frühkartoffeln erstanden, und dann auch noch Bio. Die kosten zwar ein paar Cent mehr, aber es ist vernünftig ausgegebenes Geld. Untern Strich: Prima Essen, passt auch gut zum warmen Wetter. Und wo die Weißweinflasche schon mal angefangen ist, kann der Rest auch gut gekühlt im Schlund verschwinden. Möge es nützen!

Ein Postskriptum an die Blogfreundin, der regelmäßig mein auf den Fotos erkennbares Besteck nicht standesgemäß ist. Ersatz steht auf der häuslichen Prioritätenliste leider ganz hinten, zumal es sich noch zufriedenstellend gabelt, löffelt und schneidet. Es muss ja beim Nachkochen nicht übernommen werden. Und sollte wer zu uns zum Essen kommen: Ein Besteck für gut haben wir auch noch.