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Beinahe wären die Holde und meine Wenigkeit nun auch Opfer von Fake News geworden. Mein Facebook Account begrüßte mich heute Morgen mit der Empfehlung „Bleibe bloß im Trockenen, für Wesenberg ist Regen angesagt“. Zum Glück hält sich mein Vertrauen in die sozialen Netzwerke in Grenzen, und so haben wir bei strahlendem Sonnenschein einen ganz wunderbaren vormittäglichen Spaziergang gemacht. Leute, es lässt sich nicht mehr leugnen, der Frühling liegt in der Luft!
Auf dem Weg retour haben wir am Siedlungsberg haltgemacht und den neuen Ausblick genossen, auch wenn er noch nicht ganz vollendet ist. Vor zwei Wochen hat ja hier am Zühlensee eine spektakuläre Baumfällaktion im Namen der Verkehrssicherungspflicht begonnen. Straßenbau zur weiteren Erschließung des ehemaligen Holzindustrie-Areals soll folgen (Strelitzius berichtete). Ein paar Bilder für die Mitmenschen, die ihre Schritte heute in eine andere Richtung gelenkt oder Facebook vertraut haben. Und nun fängt es doch noch an zu regnen. Sorry Facebook!
Herumgeschnippelt und gefällt ist mal wieder schnell und das sehr beliebte Totschlagargument, es passierte doch nur zur „Sicherheit“, diese Bäume sind eine Gefahr für den öffentlichen Verkehr oder Fußgänger, ist auch komischer Weise überall das Gleiche. Nebenbei erhält das Strelitzer Heizkraftwerk wieder ordentlichen Nachschub an Brennmaterial. Dass mal der eine oder andere Baum hier und da gefällt werden muss, dagegen hat ja niemand etwas, aber derart radikale Fällaktionen im Namen der angeblichen Sicherheit sind sehr unglaubwürdig und auch genauer betrachtet nicht nötig. Wenn man durch unsere Gegend fährt, bemerkt man sehr oft, dass der schnelle Griff zu Motorsäge schon alltägliches Geschäft geworden ist. LKW-Flotten fahren tagtäglich aus unseren Wäldern riesige Mengen Holz ab und man fragt sich, wo das alles hergeholt wird, da wir ja bekanntlich nicht gerade eine sehr waldreiche Region sind. Na ja, aber Hauptsache, es werden schöne Sichtachsen geschaffen und die schönen Eigenheime am Zühlensee sind dann zu sehen, da spielen die Natur und der Umweltschutz nur eine zweitrangige Rolle. Eigentlich sollte gerade heute, in einer Welt, wo die Umweltzerstörung immer größere Ausmaße annimmt, jeder Baum zählen.
Im Fall der Pappeln am Wesenberger Zühlensee kann ich dem Argument Verkehrssicherheit folgen. Mir selbst ist vor ein paar Jahren mal eine Pappel gleichen Ausmaßes in der Schwentnerstraße in Neustrelitz zum Glück vor das Auto gestürzt. Damit blieb es beim erheblichen Blechschaden. Diese Baumart neigt ab einem gewissen Alter zum Bruch. Auf keinen Fall wird hier gefällt, um Sichtachsen zu schaffen. Dass die entstehen, schafft interessante neue Einblicke. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Übrigens bin ich bekennender Baumfreund. Es ist davon auszugehen, dass mit dem auf dem ehemaligen Holzindustriegelände geplanten Straßenbau auch neue Bäume gepflanzt werden. Das schreibt schon der Gesetzgeber vor. Noch ein Wort zum Biomasseheizkraftwerk in Neustrelitz: Hier werden ausschließlich durch vertraglich gebundene Firmen naturbelassene Waldresthölzer und Plantagenholz in Form von Hackschnitzeln angeliefert und in Wärme und Strom verwandelt.
Sicher kann ich es verstehen wenn auch im Namen der Verkehrssicherheit hier und da mal ein Baum gefällt werden muss und ich verstehe auch die Argumente derer denen schon einmal ein Schaden entstanden ist.Die Frage ist wieso wird immer gleich so massiv vorgegangen, denn wenn man mal das Netz so durchleuchtet gibt es Deutschlandweit gleichermaßen derart Fällaktionen wo radikal vorgegangen wird sodas sich eine ganze reihe Naturliebender besorgter Bürger und einiger (echter) Umweltschutzorganisationen die Frage stellen, warum das schon gängige Praxis geworden ist. Das Gesetz mag ja viel vorschreiben ob es aber immer das Richtige ist bezweifele ich ganz Stark inzwischen.Ein Beispiel, Nehmen wir die Baumfällaktionen an der B96 in richtung Neubrandenburg (wahrscheinlich auch im Namen der Verkehrssicherheit) und natürlich des CDU Projektes der Staßenverbreiterung die zum Glück nichts geworden ist, das waren uralte schüzenswerte Alleenbäume, Nachplfanzungen? außer an ein paar kleinen Stellen, habe bis zum heutigen Tage keine gesehen.Das jetzt die neu gebauten 08/15 Häuser am Zühlensee jetzt besser zu sehen sind, gut, das muss jeder selbst entscheiden ob es seinem Geschmack entspricht.Ich könnte mir sogar vorstellen das dass eine oder andere ehemalige Holzindustriegebäude bestimmt schützenswerten Historischen Charakter hatte, na ja aber ist ja nur Geschichte Plattgemacht worden. Wie wäre es mal wenn man auch die Bürger Wesenberg`s mal bei dem einen oder anderen Projekt mit einbeziehen würde Fragen würde? und nicht das es nur ein „Gesetz“ oder irgendwelche Organisatoren die momentan „das Zepter in der Hand“ halten entscheiden.
Es steht jedem Bürger von Wesenberg übrigens frei, öffentliche Stadtvertretersitzungen und Ausschusssitzungen der Stadtvertretung zu besuchen. Aber da sitzen die, die „momentan das Zepter in der Hand halten“, also die gewählten Abgeordneten, meistens vor leeren Stühlen. Dabei gibt es immer auch Bürgerfragestunden, in denen man sich artikulieren kann.