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Ein störungsfrei verlaufenes Konzert der umstrittenen Südtiroler Band „Frei.Wild“ am Wochenende im Neubrandenburger Jahnsportforum hat offensichtlich ein Nachspiel. Wie die Polizei mitteilt, sind zwei Flaschen mit Buttersäure gegen den Eingangsbereich des Forums geworfen worden. Rund 4000 Besucher hatten den Auftritt der Formation erlebt, die mit ihren patriotischen Texten vor allem in der rechten Ecke viele Anhänger hat, auch wenn sich die Musiker in letzter Zeit immer wieder von Rechtsextremismus distanzieren. Frei.Wild-Sänger Philipp Burger war selbst früher Mitglied der rechten Skinhead-Formation „Kaiserjäger“.

Weiter geht aus dem Polizeibericht hervor, dass an ein Nebengebäude in einer Größe von vier mal zwei Metern die Inschrift „Kein Echo für Nazis“ mit roter Farbe aufgesprüht wurde. „Frei.Wild“ hatte 2016 den begehrten Musikpreis in der Kategorie „Rock-Alternative“ erhalten, nachdem die Band drei Jahre zuvor wegen ihrer Nähe zur rechten Szene von der Nominierungsliste geflogen war.

Außerdem fand sich auf einem Werbeträger an der Einmündung zur Lessingstraße der schwarze Schriftzug „Nationalsozialismus tötet“. Schließlich wurden auch noch Flyer geklebt, in denen „Frei.Wild“ „völkischer Nationalsozialismus“ vorgeworfen wird. Man müsse der Band „das Geweih stutzen“.

Der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg hat die Ermittlungen wegen der Sachbeschädigungen aufgenommen. Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich an die Einsatzleitstelle Neubrandenburg unter 0395 55822224, die Internetwache der Landespolizei M-V unter www.polizei.mvnet.de oder aber an jede andere Polizeidienststelle zu wenden.