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Was macht eigentlich Tino Eisbrenner? Mir ist der Ex-Frontmann der DDR-Band „Jessica“ seit den Schlossgartenfestspielen 2006 in Neustrelitz ein bisschen aus den Augen geraten. Was ein echtes Versäumnis ist, denn Eisbrenner ist scheinbar ohne Pause aktiv, kreativ und engagiert.

Der Sänger, Songpoet und Schauspieler vom Vier Winde Hof Plath im Stargarder Land spricht aktuell mit keinem Geringeren als Heinrich Heine. Genauer gesagt, Eisbrenner fragt bei Heine nach. Und umgekehrt. Aber das wird jetzt vielleicht ein bisschen zu kompliziert.

Wer Eisbrenners literarisch-musikalisches Programm erleben will, muss ein Stück fahren. Aber zu weit ist es bis zur Burg Klemenow bei Altentreptow auch nicht, um etwas ganz Besonderes zu erleben. Dort tritt Eisbrenner morgen um 19 Uhr in einer nach seinen Worten „sinnlichen, zeitgemäßen, vergnüglichen und politisch brisanten Konzertlesung“ auf und fügt der Dichtung Heines in „Deutschland – Ein Wintermärchen“ im ersten Akt seine eigenen Lieder im zweiten Akt hinzu. Herz und Verstand kämen gleichermaßen auf ihre Kosten, verspricht der Künstler. Begleitet wird er von Heiner Frauendorf an Klavier und Akkordeon.

Ich bin bereits beim Besuch auf Eisbrenners Internetseite auf meine Kosten gekommen. Dort ist das lateinamerikanische „Solo le pido a dios“ mit dem Text „So wird es Tag“ von Gerhard Gundermann zu hören, das Eisbrenner zum 60. Geburtstag von Gundi in diesem Jahr aufgenommen hat. Gundermann war schon lange vor seinem viel zu frühen Tod 1998 meine Hausapotheke, und auch Eisbrenners Tribut an den großen Liedermacher ist Balsam für die Seele.

Wer es morgen nicht auf die Burg schafft, sollte sich schon immer mal Eisbrenners Hof-Scheunen-Festival vom 14 bis zum 16. August in Plath vormerken. Dort wird neben viel Ländlichem und Weltmusik die Friedensgesellschaft „Musik statt Krieg“ gegründet.