Schlagwörter

, ,

Suppe

Fast 30 Jahre habe ich meine Freunde Burkhard und Irina nicht gesehen, und es trotzdem gewagt, ihnen zum Willkommen nur eine Suppe vorzusetzen. Klingt knickrig, ist es aber nicht, wenn es sich um meine französische Kartoffelsuppe handelt. Da geht man kein Risiko ein, sondern steht blendend da. Deshalb reiche ich das Rezept mal an euch weiter.

500 Gramm mehlig kochende Kartoffeln und 250 Gramm säuerliche Äpfel schälen und in kleine Stücke schneiden. Zwei große Zwiebeln fein würfeln und in zwei Esslöffeln Butter in einem großen Topf glasig dünsten. Kartoffeln und Äpfel dazu und weitere fünf Minuten dünsten.

Jetzt kommt der Knaller: Die Franzosen greifen zu zwei Löffeln Pernod, ich lösche mit der gleichen Menge Absinth ab, dem Vorgänger, der wegen seiner berauschenden Wirkung über 75 Jahre verboten war, nun aber wieder zu haben ist. Bei uns immer im Küchenregal die Marke „Mr. Jekyll“.

Es folgen zwei Teelöffel zerdrückte Pfefferkörner, die gleiche Menge der dazugehörigen Lake hinterher. So lange kochen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Dann 1,25 Liter Gemüsebrühe dazugießen und das ganze Gemenge 20 Minuten lang sanft kochen lassen. Mit dem Schneidstab pürieren, 200 Milliliter Schlagsahne hinzufügen und abschmecken.

Als Krönung kommen angebratene Schinkenwürfel, Petersilie und Ziegenkäsebrösel (habe ich auf dem Foto vergessen) oben drauf, nachdem die Suppe in Schalen gefüllt worden ist. Und wer es bis zum Wahnsinn treiben will, belohnt sich noch mit einem Schuss Trüffelöl.

Die Holde hat einen bunten Salat gezaubert, dazu wird natürlich ofenwarmes Weißbrot gegessen. Bon appétit!

Und noch ein Rat zum Absinth: Kann man auch trinken, aber wenn pur, mit Bedacht. Ansonsten mit Wasser oder Fruchtsaft verdünnen. Passt auch gut zu Sekt und zerstoßenem Eis, nennt sich dann bezeichnend „Death in the afternoon“.