Der Runde Tisch Landesgeschichte hat 2025 zum Themenjahr „Mobilität“ ausgerufen. Zahlreiche Institutionen, Museen und Vereine aus dem ganzen Land beteiligen sich mit Ausstellungen, Präsentationen und Veranstaltungen. An den Universitäten Greifswald und Rostock findet eine gemeinsame Ringvorlesung über den Einfluss von Mobilität auf das Land und die jeweilige Gesellschaft statt. Den Höhepunkt bildet im September die wissenschaftliche Konferenz „Eingewanderte und Dagebliebene, Durchgezogene und Abgewanderte. Mecklenburg und (Vor-)Pommern unter dem Einfluss wechselvoller Mobilitäten“ in Güstrow.
Eröffnet wird das Themenjahr am 24. Januar 2025 in Neubrandenburg. Im „Latücht“ wird der Film „Bruderland ist abgebrannt“ gezeigt und die (unaufgearbeitete) Geschichte der Vertragsarbeiter:innen diskutiert.
Philipp Amthor, Erik von Malottki, Renate Krajewski, Silvio Witt, Gudrun Kappich, Jan Kuhnert, Prof. Dr. Jens-Peter Keil und Christine Rautenberg (von links). Foto: Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg
Am heutigen Montag kamen Vertreterinnen und Vertreter des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg (DBK), Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Landtages Mecklenburg-Vorpommern sowie der Stadtpolitik im Haus der Kultur und Bildung in Neubrandenburg zusammen. Zentrale Themen des Runden Tisches waren der Erhalt des Perinatalzentrums Level 1 des DBK und weiterer medizinischer Fachbereiche am Neubrandenburger Klinikum.
Neben Oberbürgermeister Silvio Witt und den Abgeordneten des Deutsche Bundestages Erik von Malottki (SPD), Philipp Amthor und Simone Borchardt (beide CDU) nahmen der Abgeordnete des Landtages Mecklenburg-Vorpommern Bernd Lange (SPD) sowie der Stadtpräsident der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg Jan Kuhnert teil. Seitens des DBK waren die Geschäftsführerin Gudrun Kappich, Prof. Dr. Jens-Peter Keil, Ärztlicher Direktor, Christine Rautenberg, Verwaltungsdirektorin, Sarah Buder, stellv. Pflegedirektorin, Renate Krajewski, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Dr. Annekathrin Tiedtke, Chefärztin der Klinik für Kinderchirurgie und -urologie und Dr. Konstanze Kissing-Pahl, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, vertreten.
Alle Beteiligten betonten die herausragende Bedeutung des Perinatalzentrums Level 1 des DBK für die Stadt Neubrandenburg, vor allem aber auch für das weiträumige Einzugsgebiet der drittgrößten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Vor dem Hintergrund der negativen Auswirkungen auf mehrere hunderttausend Bürgerinnen und Bürger des ländlich geprägten Raums sind sich die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und DBK einig, alle Optionen und Einflussmöglichkeiten auf den politischen Prozess zu prüfen und zu nutzen. Auch das nach wie vor laufende Petitionsverfahren wird wichtige Impulse in den Diskussionen zur Gesetzgebung setzen.
Mecklenburg und Vorpommern verbindet erst seit 30 Jahren dauerhaft ein Bindestrich, doch die historischen Bezüge gehen weit darüber hinaus. Der Runde Tisch Landesgeschichte, an dem auch die Stiftung Mecklenburg, der Verein Kulturgut Mecklenburg-Strelitz und der Residenzschlossverein Neustrelitz sitzen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die historische Forschung zu Mecklenburg und Vorpommern zu befördern und in die Öffentlichkeit zu tragen. Mit dem Aktionstag „Stier trifft Greif“ findet am Sonnabend, dem 8. Juli, von 10 bis 22 Uhr in Ribnitz-Damgarten erstmals eine öffentliche Großveranstaltung des Runden Tisches statt.
Mit einem bunten Programm auf einem Markt der Möglichkeiten mit mehr als 20 Ständen, Vorträgen, Podien, Musik und Tanz stellen sich landesgeschichtlich tätige Institutionen, Vereine, Initiativen und Personen vor. Unter anderem werden die Pläne zum archäologischen Landesmuseum diskutiert, wird über den Stand des Pommerschen Klosterbuchs informiert und nach den „schlimmsten Rabauken“ an der Universität Rostock gefragt. Hochkarätig besetzte Podien diskutieren Vorstellungen einer gemeinsamen Identität im Bindestrichland Mecklenburg-Vorpommern und politische Herausforderungen der Landesgeschichte.
Den Abschluss bilden die Aufführung des Johannes-Bugenhagen-Musicals in der Ribnitzer Kirche und ein Konzert mit Shantys und Seemannsgarn der „Blowboys“ im Innenhof des Deutschen Bernsteinmuseums im Kloster Ribnitz, dem Hauptveranstaltungsort. Hier das komplette Programm: