Grün eingerahmt die vom Verein favorisierte Variante 1 Wiederrichtung des Schlossturms. Gelb eingerahmt die alternative Variante 2 Wiedererrichtung des Eckrisalits.
Nach dem Beschluss der Stadtvertretung Neustrelitz, Alternativen zum Wiederaufbau des Schlossturms zu suchen (Strelitzius berichtete), geht jetzt der Residenzschlossverein mit einer Erklärung in die Öffentlichkeit. Sie trägt die Überschrift „Der Schlossberg ist Bestandteil eines Denkmalbereichsund kein Experimentierfeld für zeitgenössische Architektur“. Hier der Wortlaut:
Birgit und Klaus Berg mit dem Vorsitzenden des Residenzschlossvereins Neustrelitz, Jürgen Haase (rechts) und mit Holger Wilfarth (hinten).
Unter dem Motto „Wir Schlosstafeln finden, dass das Neustrelitzer Schloss einen Wiederaufbau verdient hat“ starteten Birgit und Klaus Berg in ihrem Feinkost- und Spezialitätenladen in der Glambecker Straße 24 in Neustrelitz wieder den Verkauf von handwerklich gefertigten 125 g Schokoladentafeln in Vollmilch und Zartbitter (Strelitzius berichtete). Sie wollen damit die weitere Virtualisierung des Innenbereiches vom Schloss unterstützen. Die Idee wurde zusammen mit Franz und Holger Wilfarth entwickelt.
Ein Teil des Erlöses geht in das Projekt „Weg der Parlamentarier“. Hierbei werden das Treppenhaus, der Weiße und der Gelbe Saal virtuell wiedererstellt. Alle diese Gebäudeteile befanden sich im Erweiterungsbau von 1909 des Residenzschlosses. Der Schlossturm ist das Symbol für diese Erweiterung. Zur Wiederrichtung des Turms in seiner historischen Gestalt hat Familie Berg auch eine klare Meinung. Sie findet, dass:
Der Turm zur Weiterentwicklung des Tourismus beiträgt
Die Stadt ein Teil Ihrer Geschichte zurück bekommt
Das gesamte Areal Schlossgarten, Schlosskirche und Orangerie aufgewertet wird
Architektonisch wird die Sichtachse Markt – Schlossgarten wieder hergestellt
Das vorgestellte Konzept zur Nutzung der Geschichtsbildung von Jung und Alt beiträgt.
Von den Bergs wurde ein Spendencheck in Höhe von 150 € an den Residenzschlossverein Neustrelitz e.V. übergeben. In der von den Händlern aufgerundeten Summe steckt auch „Schokoladengeld“.
Der Residenzschlossverein Neustrelitz lädt zu einem Vortrag am 20. Oktober unter dem Thema „Zur Wiedergewinnung verlorener Residenzschlösser als Folge des weltpolitischen Umbruchs von 1989/90“ ein. Referent ist der Berliner Kunsthistoriker Dr. Guido Hinterkeuser, der sich auf die brandenburgisch-preußische Residenzbaukunst spezialisiert hat.
Vor 80 Jahren brannte das Neustrelitzer Residenzschloss nieder.
Auf einen Vortrag des Vorsitzenden des Neustrelitzer Residenzschlossvereins, Jürgen Haase, freuen sich die Brüder und Schwestern der Freimaurerloge der Residenzstadt. Am 13. Mai spricht Haase zum Thema:“80 Jahre nach dem Schlossbrand – wie geht es weiter auf dem Neustrelitzer Schlossberg“.
Der Residenzschlossverein Neustrelitz hat sich in der zurückliegenden Woche zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung getroffen. Das Besondere in diesem Jahr: Turnusmäßig war der Vereinsvorstand neu zu wählen. Als Beisitzerin gehört dem Vorstand neben den bisherigen Mitgliedern Jürgen Haase (Vereinsvorsitzender), Wolfgang Erben (stellvertretender Vereinsvorsitzender), Ulrich Spanka (Schatzmeister) und Karl Baumgart (Beisitzer) die Neustrelitzer Unternehmerin Katrin Schmidt neu an.
Leonard Hensel (musealis GmbH), Prof. Dr. Christian Jansen (Historiker, Universität Trier), Andreas Feddersen (musealis GmbH), Dr. Martin Buchsteiner (Historiker, Universität Greifswald), Andreas Frost (Journalist), Frank Saß (Museologe), Tobias Woitendorf (Landestourismusverband), Dr. Wolf Karge (freischaffender Historiker), Nico Ruhmer (Stadtverwaltung), Jürgen Haase (Residenzschlossverein, von links). Außerdem im Beirat mitgewirkt hatte der gestern verhinderte Historiker Prof. Dr. Michael Dreyer (Universität Jena).Foto: Hotel Schlossgarten
Historiker, Museums- und Tourismus-Fachleute haben sich am gestrigen Sonntag zu einem Arbeitstreffen im Hotel Garni Schlossgarten Neustrelitz versammelt. Damit fand die fachwissenschaftliche Beratung und Begleitung auf dem Weg zu einem qualifizierten Ausstellungskonzept für den Schlossturm Neustrelitz ihren Abschluss. Konzepterstellerin ist die „musealis GmbH“ aus Weimar, die Bundesstiftung Orte der Deutschen Demokratiegeschichte fördert.
Der Residenzschlossverein Neustrelitz wird zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, wieder mit einem Informationspavillon auf dem Schlossberg präsent sein. Die Mitglieder freuen sich auf anregende Gespräche mit den Besuchern zwischen 11 und 15 Uhr.
„Denkmalpflegerisches Gebot für die Residenzstadt: Heilung unserer größten städtebaulichen Wunde.“ Zu einem diesbezüglichen Vortrag mit Diskussion lädt der Residenzschlossverein Neustrelitz am morgigen Mittwoch, den 15. Mai, um 17 Uhr in die Orangerie Neustrelitz ein, der Eintritt ist frei.
Eigentlich ist der Umgang mit einer Wunde innerhalb eines hochwertigen denkmalgeschützten Areals in unserem europäischen Kulturraum klar geregelt. Trotzdem entbrennt um die Heilung städtebaulicher Wunden regelmäßig ein Streit. Obwohl es bei Wiederaufbauten verlorener Baudenkmale um minimale Bruchteile der zur Bebauung anstehenden Flächen geht (denkmalgeschützte Objekte nehmen insgesamt nur etwa 5% unseres Baubestandes ein), möchte auch hier regelmäßig die Architektur der Moderne zum Zuge kommen.
Gastreferent Bertram Barthel vom Stadtbild Deutschland e.V. wird anschaulich darlegen, was uns jenseits des Denkmalrechts emotional bewegt, was uns an intakten architektonischen Ensembles des städtebaulichen Kulturerbes so fasziniert, was historische und wiedererrichtete Bauten so anziehend für uns macht und welche identitätsstiftende Wirkung diese entfalten können.
Wilhelm von Boddien, prominenter Initiator des Berliner Schloss-Wiederaufbaus, hat am Montag auf der 7. Schlossbergkonferenz in Neustrelitz spontan entschieden, ein geeignetes Turmuhren-Werk, welches ihm zum Kauf angeboten wurde, für den Schlossturm Neustrelitz zu spenden (Strelitzius berichtete). Heute hat er in einer Mitteilung an den Residenzschlossverein diese Absicht noch einmal bekräftigt: „Sollte es zu einem Wiederaufbau des Schlossturms in Neustrelitz tatsächlich kommen, wird das Uhrwerk für die Turmuhr Ihres Turms von uns zur Verfügung gestellt“, so seine Nachricht.
Ursprünglich sei an den Erwerb des Uhrwerks für einen Seitenturm des Berliner Schlosses gedacht worden. Der Wiederaufbau des Seitenturms erscheine in absehbarer Zeit wegen des an seiner Stelle befindlichen Dachcafés aber unmöglich.
Besitzer von Traktoren aus Neustrelitz und Umgebung waren gestern wieder auf ihrer vorweihnachtlichen Lichtertour unterwegs, um den Menschen ein bisschen Freude zu bringen, wie von Veranstalter Andreas Siebeck zu erfahren war. In Neustrelitz wurden die Teilnehmer am Abend von Mitgliedern des örtlichen Residenzschlossvereins mit einer digitalen Darstellung des Schlosses empfangen. An Heiligabend fahren die Traktoren zu Alters- und Pflegeheimen der Residenzstadt und sind ab 14.30 Uhr noch einmal auf dem Markt zu sehen, wo Kinder mit Süßigkeiten beschenkt werden.
„Als wir erfuhren, dass das Ziel der Lichterfahrt der Schlossberg Neustrelitz sein würde, war schnell klar: Am Ort unserer Bemühungen müssen wir die Teilnehmer mit einer Präsentation der virtualisierten Schlossfassade begrüßen. Die winterliche Dunkelheit am frühen Abend ließ dies auf einer mittelgroßen Leinwand eindrucksvoll zu“, erklärte Vereinsvorsitzender Jürgen Haase gegenüber Strelitzius. „Wie auch bei den Festspielen im Schlossgarten war es für uns eine Freude, wenigstens an einer temporären Belebung der Gründungsstätte unserer Stadt Neustrelitz mitzuwirken.“