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Gut gelaunt bei der Pressekonferenz im Landestheater Neustrelitz: Sven Müller, Kenichiro Kojima, Laura Albert, Andrés Felipe Orozco und Lena Brexendorff (hinten von links), vorn Laura Schwerwitzl.

Die Festspiele 2026 im Schlossgarten Neustrelitz bieten mit Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“ „eine der besten Operetten, die es gibt“. Das hat Sven Müller, Intendant der Theater und Orchester GmbH, heute auf einer Pressekonferenz in der Residenzstadt hervorgehoben. Müller selbst wird die Inszenierung übernehmen. Zwischen dem 3. und dem 26. Juli sind elf Vorstellungen auf dem Schlossberg geplant, eine weniger als in der vergangenen Festspielsaison. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die Neubrandenburger Philharmonie zu ihrem 75-jährigem Bestehen eine Gastspieleinladung in die Dresdener Frauenkirche hat. Die Möglichkeit, dort zu spielen, soll dem Klangkörper natürlich gewährt werden.

Nach Angaben des Intendanten sind zur Stunde rund 6000 Tickets für „Die Csárdásfürstin“ verkauft. Damit liege die TOG in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, hoffe aber, letztlich die Zuschauerzahl von 2025 zu überbieten. Wenn denn das Wetter mitspielt… Ein Novum ist, dass zwei Jahre hintereinander bei den Festspielen Operetten des selben Komponisten auf die Bühne kommen. Im vergangenen Jahr war bekanntlich „Die Zirkusprinzessin“ zur Aufführung gelangt. Das ist auch für die Mitwirkenden spannend, wie zu erfahren war.

„Die Operette ‚Die Csárdásfürstin‘, 1915 zu einer Zeitenwende uraufgeführt, hat an Aktualität nicht eingebüßt. Im Mittelpunkt stehen die Vergänglichkeit der Zeit und des eigenen Lebens. Damit hat sie auch viel mit uns heute zu tun“, betonte der Intendant. Sie sei ein Stück voller Weisheit und und guter Ratschläge. „Bei aller ihr innewohnenden Melancholie mit jeder Menge Abschied, feiert sie aber auch das Leben und die Liebe. Wir nehmen die Gefühle dieser Operette ernst und wollen mit einer opulenten Inszenierung trotzdem für Spaß und beste Unterhaltung sorgen. Und wir wollen zum Nachdenken anregen die Zeit, in der wir leben. Daran lassen wir uns messen“, schloss Müller.

Für die Ausstattung zeichnet Lena Brexendorff verantwortlich, die ein „metaphorisches Bühnenbild“ vorstellte. Es punktet unter anderem mit drehbaren Elementen, die die vielen Schauplätze und Szenenwechsel begleiten. Dazu gibt es ein Farbkonzept, mit dem die verschiedenen Anschauungen und Welten, die aufeinanderprallen, betont werden. Einige fertige Kostüme und jede Menge wunderbare Stoffbahnen zur Anschauung hatte Lena Brexendorff mitgebracht. Auch die Mitglieder der Deutschen Tanzkompanie, die in der Operette viel zu tun haben, und die Akteure des Chores und den Extrachores werden beindruckt sein.

Melodien gehen nicht mehr aus dem Kopf

Die musikalische Leitung obliegt Kenichiro Kojima. Der Dirigent der Philharmoniker machte vor den Journalisten kein Hehl aus seiner Begeisterung für die Operette Kálmáns, die viel Charme habe, auch Humor, unverkennbare Einflüsse der Oper aufweise „und weit über reine Unterhaltung hinausgeht“. Die immer wiederkehrenden vier, fünf Melodien gingen nicht mehr aus dem Kopf. „Das ist Musik, die stark wirkt und künstlerisch sehr tief geht. Für uns ist sie ein Schatz.“

Laura Albert (Sylva Varescu), Laura Scherwitzl (Komtesse Anastasia) und Andrés Felipe Orozco (Edwin Ronald) erfreuten mit drei Kostproben aus der Operette und sorgten für Vorfreude auf die Inszenierung.

Die Festspiele im Schlossgarten halten weitere Höhepunkte bereit. Vom 6. bis zum 28. Juni wird es im Schlossgarten Igor Strawinskys Musiktheaterstück „Die Geschichte vom Soldaten“ in sieben Wandelvorstellungen geben. Am 8. Juli um 10.30 Uhr gastiert das ATZE Musiktheater mit dem Singspiel „Robin Hood“ auf der Festspielbühne. Und am 16. Juli um 20 Uhr gibt es Open Air die Tribute Show „Phil“, Best of Phil Collins und Genesis.

Lena Brexendorff erläutert das Bühnenbild mit seinen drehbaren Elementen.