Stephan Drews hat heute seinen Austritt aus der CDUplus-Fraktion im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte erklärt. Zuvor sei er bereits aus der CDU ausgetreten. Dem Schritt seien „erhebliche Zerwürfnisse und Vertrauensbrüche vorausgegangen“, heißt es seitens der Fraktion.
Die SPD im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte unterstützt die Forderung nach einer Neuwahl des Kreistagspräsidenten (Strelitzius berichtete). Hintergrund seien der Austritt von Thomas Diener aus der CDU sowie seine öffentlichen Aussagen zu einer politischen Neuorientierung in Richtung AfD.
CDUplus-Fraktionschef Frank Benischke: Vertrauensverhältnis zu Thomas Diener beendet.
Die Fortsetzung der Kreistagssitzung vom vergangenen Montag heute in Neubrandenburg ist abgebrochen worden. Nach Angaben der CDUplus-Kreistagsfraktion war dem Kreistagsbüro ein Antrag auf Abwahl von Thomas Diener (Strelitzius berichtete) als Kreistagspräsident zugeleitet worden. In der Sitzung wurde dieser Vorgang durch Thomas Diener nicht von sich aus thematisiert. Erst durch die Wortmeldung von Frank Benischke, Vorsitzender der CDUplus-Kreistagsfraktion, wurde der Kreistag über den Vorgang informiert.
Die CDUplus-Kreistagsfraktion des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte informiert darüber, dass Thomas Diener heute seinen Austritt aus der Fraktion erklärt hat. Für den heutigen Montag war eine Sonderfraktionssitzung einberufen worden, auf der über den Ausschluss von Thomas Diener aus der Fraktion beraten und entschieden werden sollte. Mit seinem Austritt habe sich dieses Verfahren erledigt heiß es in der Mitteilung.
Die Linke Fraktion im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte kritisiert die Entscheidung des Kreistages scharf, die Teilnahme am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ zu verweigern. Aus Sicht der Fraktion ist das eine klare Missachtung der vielen Menschen, die im Landkreis seit Jahren Verantwortung übernehmen und Demokratiearbeit leisten. „Es trifft Menschen vor Ort, die Jugendliche stärken, Begegnung ermöglichen und demokratische Haltung im Alltag leben“, erklärt Fraktionsvorsitzender Arnold Krüger.
Seit 2015 wurden durch die Partnerschaft für Demokratie zahlreiche Maßnahmen gefördert, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – gerade in Regionen, in denen es sonst kaum noch Angebote gibt. Mit der Ablehnung stehen diese Strukturen nun vor dem Aus, macht die Fraktion geltend.
Gefördert wurden unter anderem:
* das mobile Medienprojekt der SEELAND Medienkooperative, * Medienbildung und Workshops gegen Desinformation, * Schulungsangebote der AWO Vielfalt MSE, * Jugendmaßnahmen im ländlichen Raum wie Camps, Festivals sowie Workshops
Diese Arbeit reiche in den gesamten Landkreis, in kleine Städte, in Dörfer und in Regionen, in denen es sonst kaum noch Jugend- oder Begegnungsangebote gibt. Sie werde getragen von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und Haltung zeigen.
Wie die Entscheidung fiel
Die AfD habe geschlossen gegen „Demokratie leben!“ gestimmt. Entscheidend sei jedoch gewesen, dass es darüber hinaus Enthaltungen aus CDU und BSW gab und nicht alle Mitglieder der SPD‑Fraktion anwesend waren. In der Summe habe damit die demokratische Mehrheit gefehlt, die notwendig gewesen wäre, um diese wichtigen Maßnahmen zu sichern.
Dem Landkreis entgingen 140.000 Euro Bundesmittel. Bereits 2026 gestellte Maßnahmenanträge über 14.500 Euro blieben liegen. Die seit dem 1. Januar 2026 vakante Koordinierungsstelle bleibe unbesetzt. Das zivilgesellschaftliche Bündnis verliere seine Grundlage.
Arnold Krüger abschließend: „Demokratie entsteht nicht von allein. Sie lebt davon, dass Menschen sich einmischen, Verantwortung übernehmen und vor Ort für ein respektvolles Miteinander eintreten. Diese Arbeit darf der Kreistag nicht aus parteitaktischen Gründen opfern. Für 2026 ist die Entscheidung nun gefallen. Umso wichtiger ist, dass der Landkreis für 2027 wieder Verantwortung übernimmt und die Partnerschaft für Demokratie fortsetzt.“
Die Fortsetzung der Kreistagssitzung vom 22. Juni findet am Montag, den 29. Juni, ab 17 Uhr, im Haus der Kultur und Bildung in Neubrandenburg statt. Die Tagesordnung sowie die Beschlussvorlagen und Anträge sind unter der Sitzung vom 22. Juni im Ratsinformationssystem auf der Webseite des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte öffentlich abrufbar.
Der Kreistag des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte hat in seiner Sitzung am Montag die Fortführung der Beteiligung am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ abgelehnt (Ja: 24, Nein: 24, Enthaltung: 14). Die SPD Kreistagsfraktion bedauert diese Entscheidung ausdrücklich. „Das Bundesprogramm hat in den vergangenen Jahren Projekte zur Demokratieförderung, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zur Jugendbeteiligung, zur Prävention von Extremismus und zur Stärkung des Ehrenamtes ermöglicht. Gerade im ländlichen Raum können solche Fördermöglichkeiten entscheidend sein, um Initiativen überhaupt auf den Weg zu bringen“, heißt es in einer Erklärung.
Der Kreistag des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte hat in seiner gestrigen Sitzung mehrheitlich einen Antrag der SPD-Fraktion zur Sicherung einer rechtssicheren Bäderregelung in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Ziel ist es, kurzfristig auf die aktuelle rechtliche Situation zu reagieren und ein deutliches Signal an die Landespolitik zu senden. Der Antrag wurde kurzfristig mit einer Dringlichkeitserklärung eingebracht. Hintergrund ist ein aktuelles Urteil des Oberverwaltungsgerichts Greifswald, das die bisherige Bäderregelung als nicht mit den verfassungsrechtlichen Anforderungen vereinbar bewertet hat (Strelitzius berichtete).
Die nächste Kreistagssitzung der Seenplatte findet am Montag, den 23. März, ab 17 Uhr, im Haus der Kultur und Bildung in Neubrandenburg statt. Die Tagesordnung und der Verwaltungsbericht (siehe Anhang) sowie die Beschlussvorlagen und Anträge sind im Ratsinformationssystem auf der Webseite des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte öffentlich abrufbar.
Der Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte hat sich auf seiner gestrigen Sondersitzung mit der deutlichen Mehrheit von 61 Abgeordneten dafür entschieden, die Entscheidung des Innenministeriums gegen die Wahl von Jens Kreutzer (BSW) zum Dezernenten und Vize-Landrat (Strelitzius berichtete) juristisch überprüfen zu lassen. Das Kreisparlament folgte damit weitgehend einem Antrag der BSW-Fraktion.