Wie viel Sauerstoff produziert ein Baum? Wie viel Regenwasser speichert er? Und wie viel CO₂ kann er binden? Antworten auf diese Fragen gibt es beim Treetag Day in Neubrandenburg am Freitag, 18. September. Die Aktion startet um 10 Uhr im Innenhof Stargarder Straße/Friedländer Straße, Treffpunkt: Eingang Innenhof Ecke Badstüberstraße/Herbordstraße.
Carla Fee Weisse von der Landesenergie- und Klimaschutzagentur M-V bei ihrem Vortrag.
Am gestrigen Mittwoch fand auf Einladung der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH (WMSE) in der Neuen Burg Penzlin das jährliche Treffen der Wirtschaftsförderer des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte statt. Bei relevanten Themen wie der kommunalen Wärmenetzplanung, finanziellen und gesellschaftlichen Vorteilen für Kommunen durch die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen nahmen rund 30 KommunalvertreterInnen aus MSE das Informationsangebot des Treffens, die Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion eigener Projekte und Anliegen wahr.
Da Kommunen seit Anfang 2024 verpflichtet sind, eine Wärmeplanung aufzustellen – Kommunen mit mehr als 100.000 EinwohnerInnen bis Ende Juni 2026, kleinere Kommunen bis Ende Juni 2028 – folgten die anwesenden BürgermeisterInnen und WirtschaftsförderInnen interessiert den Ausführungen von Dr.-Ing. Dorian Holtz (Theta Concepts GmbH) zu Ziel, Ablauf und Methodik einer Wärmeplanung. Diese belegte Holtz mit praktischen Beispielen seines Unternehmens aus aktuellen Wärmeplanungsprojekten beispielsweise in Neubrandenburg, Waren, Amt Treptower Tollensewinkel oder Neustrelitz. Unter Einbeziehung aller relevanten Akteure bietet Theta hier einen durchdachten Ablauf von der Bestands- und Potenzialanalyse über die Definition von Eignungsgebieten, Gebietssteckbriefen, Zeitskalen und Technologiepräferenzen bis zur ausgearbeiteten Wärmewendestrategie mit dezidiertem Maßnahmenkatalog.
Spatenstich für die Wiedervernässung der Steinstückenwiese: Axel Schümann, Ulf Zimmermann und Dezernent Dr. Sven Rannow (von links). Foto: Barbara Lüthi Herrmann
Güstrower Schlossquell hatte im vergangenen Jahr in Partnerschaft mit dem Müritz-Nationalpark das Moor- und Klimaschutzprojekt „Steinstückenwiese“ mit dem Ziel ins Leben gerufen, ein trockengelegtes Moor im Nationalpark in der Nähe von Mirow wieder zu vernässen. Dazu flossen im Aktionszeitraum 10 Cent pro verkaufter Kiste Güstrower Mineralwasser in den Spendenfonds „Müritz-Nationalpark Moor- und Klimaschutzprojekt“.
Anfang Februar übergab Axel Schümann, Marketingleiter von Güstrower Schlossquell, der Amtsleitung des Müritz-Nationalparks einen Scheck in Höhe von 9.000 Euro. Nun erfolgte der erste Spatenstich und dann die Bauarbeiten zur Wiedervernässung der Steinstückenwiese im Nationalpark.
Das Moorschutzprojekt knüpft an jahrzehntelange Arbeit im Nationalpark an. Denn Moore in Mecklenburg-Vorpommern sind nicht nur ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern verfügen auch über eine reichhaltige Vegetation. Sie dienen darüber hinaus als wichtiger Klimaschützer, indem sie in ihren Torfkörpern dauerhaft Kohlenstoff aus der Atmosphäre speichern – vorausgesetzt, dass die Moore nicht künstlich entwässert werden. Feuchtigkeit unterbindet weitestgehend eine weitere biologische Zersetzung, sodass kein Kohlendioxid freigesetzt wird. Um diese natürlichen Kohlenstoffspeicher zu erhalten, wurden in den letzten 30 Jahren im Müritz-Nationalpark weit über 2500 Hektar Moorfläche renaturiert.
„Die finanzielle Unterstützung von Projekten des Nationalparks durch Dritte, wie in diesem Fall der Güstrower Schlossquell zu Gunsten einer Renaturierung, sind immer sehr willkommen und sinnvoll,“ konstatiert Amtsleiter Ulf Zimmermann. „Darum sind wir für die gute Zusammenarbeit und das schöne Projekt sehr dankbar, das uns dabei hilft die Arbeit der letzten Jahrzehnte weiter fortzuführen.“
Vordere Reihe von links: Sascha Steiner, Holger Beyer, Silvio Witt, Stephan Kunkel, Gunnar Wobig, Claudia Ellgoth, Peter Modemann. Zweite Reihe von links: Michael Graß, Dr. Christian Wolff. Foto: Stadt Neubrandenburg
Welche Rolle kann Wasserstoff für den Klimaschutz, die Wärmeversorgung, die Speicherung von Strom und vor allem für die Mobilität spielen? Und unter welchen Bedingungen ist ein Einsatz von Wasserstoff in der Vier-Tore-Stadt und der Region möglich? Diesen und weiteren Fragen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen gewidmet.
Am vergangenen Dienstag wurden im Neubrandenburger Güterbahnhof die Ergebnisse des Abschlussberichts 2023 des HyStarter-Programmes im Beisein von Oberbürgermeister Silvio Witt und Stephan Kunkel von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte sowie Holger Beyer von der IHK Neubrandenburg vor über 70 Teilnehmenden präsentiert.
Ein Jahr lang wurden Perspektiven zur Nutzung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie analysiert und erörtert. In sechs Strategiedialogen sowie zwei öffentlichen Veranstaltungen wurden zugleich mögliche Einsatzfelder und notwendige Infrastrukturentwicklungen diskutiert sowie Umsetzungskonzepte für die Vier-Tore-Stadt und den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte entwickelt.
„Herausgekommen ist eine gemeinsame Vision 2030, um unsere Region H2-ready zu machen“, erklärte Dr. Christian Wolff, Klimaschutzmanager der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg. Über 50 Akteure hatten sich an der gemeinsamen Wasserstoff-Vision 2030 beteiligt, darunter die Stadtwerke Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren sowie Neuwoges, Neuwoba, Webasto, Weber und viele mehr.