Unter dem Motto „Eine Halle für alle“ hat die Wesenberger brenn:werk-Genossenschaft bei Start next eine Kampagne gestartet, die helfen soll, die Baumaßnahmen zu einem guten Ende zu führen. „Unsere Kassen sind leer, und wir brauchen noch so manche Kleinigkeit, damit wir unsere Halle auch in Betrieb nehmen können. Wir würden uns sehr über eine Unterstützung freuen!“, heißt es im jüngsten Newsletter der Brenn:werker. Hier geht es zum Spendenkonto:
Der Zeitplan sieht jetzt wie folgt aus: Im August nimmt die Lesestube ihren regulären Betrieb in der Bahnhofstraße auf. Der Bestand ist reisefertig verpackt und wartet im Rathaus auf den Umzug in die neue Halle. Sobald die Maler durch sind, geht es los. Die Öffnungszeiten bleiben erst einmal so, wie sie waren: montags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr.
Das alte Brennwerk in Wesenberg hat heute Nachmittag ein Stück „Rückeroberung“ erlebt. Den Begriff benutzte Bernhard Keller, Aufsichtsratsvorsitzender der brenn:werk eG, nachdem er über eine Kaffeetafel blickte. Die bog sich vor von Genossenschaftsmitgliedern gebackenem Kuchen und glänzte mit Sammeltassen, die der Genossenschaft nach einem von Strelitzius unterstützten Aufruf für das künftige Café von Spendern übereignet worden waren. Anlass des „Kränzchens“ war der Besuch der LEADER-Aktionsgruppe Mecklenburgische Seenplatte – Müritz, die im Rahmen einer Projektbereisung auch in Wesenberg vorbeigeschaut hat. Für die neue Halle im Brennwerk sind 200.000 Euro geflossen.
Adressen der Reisenden in der Woblitzstadt waren außerdem das Strandbad Weißer See, wo in der Steganlage und im neuen Sanitär- und Umkleidegebäude LEADER-Fördermittel stecken. Zuvor hatte sich die Gruppe bereits die Alte Feuerwehr Mirow angeschaut, die mit EU-Mitteln zum Bürgerbegegnungszentrum umgebaut wird, das Außenrevier der Johanniterkirche und den ebenfalls geförderten Spieleweg am Herrensteig. Die Gunst der Stunde wurde von Bürgermeister Henry Tesch genutzt, um den Förderern zusätzlich auch das Projekt ehemalige Grundschule vorzustellen, die Sitz der Schulwald-Akademie „Jost Reinhold“ des Carolinums werden soll.
Es ist geschafft! Alle Ziegelsteine sind sortiert und geputzt. Jetzt kann der Restschutt weg!
Die Wesenberger Brenn:werker stehen kurz vor dem Abschluss des ersten Bauvorhabens und suchen dringend neue Unterstützer:innen und Mitglieder, „damit wir kraftvoll in die kommende Zeit starten können. Deshalb möchten wir berichten und mit euch reden“, heißt es in einer Mitteilung. „Wir wollen unter anderem eine gemeinnützige Tochtergesellschaft gründen, damit wir unseren gemeinwohlorientierten Aufgaben besser gerecht werden können.“
Am Montag, den 6. Mai, wird es um 20 Uhr eine Infoveranstaltung zum Vorhaben geben. Treffpunkt ist das Internet, es wird eine Zoom-Konferenz sein. Alle, die dabei sein möchten, schicken bitte eine Mail an buero@brennwerk-wesenberg.de. „Es reicht ein Zweizeiler, dass Ihr teilnehmen wollt. Wir schicken euch dann kurz vorher die Zugangsdaten und eine kleine Erklärung, wie Ihr euch einloggen könnt.“
Fantastische Nachricht: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird die Brenn:werker mit einer Förderung bei der Dachsanierung unterstützen.
Vom Ergebnis des Aufrufs zur Geschirr- und Möbelspende (Strelitzius berichtete) wurde die Wesenberger Brenn:werk-Genossenschaft regelrecht überrollt. „Nein, besser gesagt, überrascht von der großen Resonanz“, heißt es im jüngsten Newsletter. „Schöne Tische, Stühle, Tischdecken, Geschirr… so viele tolle Dinge haben wir bekommen, die unser Café bald schmücken werden. Aber nicht nur schmücken, wir werden sie einfach benutzen, auch die Tassen mit dem Goldrand. Davon haben wir zum Beispiel 80 Stück vom Inselverein aus Mirow bekommen. Sie wurden übrigens vor vielen Jahren auch von ihnen durch einen Aufruf zusammengesammelt, und jetzt erben wir sie.“ Das Ganze wurde feierlich vor den Augen des NDR übergeben.
Es herrscht Aufbruchstimmung, und aus diesem Grund möchte die Genossenschaft die Gelegenheit nutzen, um erneut einen Aufruf zu starten. „Wir sind kurz davor, unser erstes Bauvorhaben abzuschließen und stolz auf das Erreichte. Finanziert haben wir uns fast zur Hälfte aus Mitgliedereinlagen, und weiter zu gleiche Teilen aus Förderungen und Bankdarlehen. Es war uns wichtig, erst einmal die verständliche Skepsis zu überwinden und zu zeigen, wir können etwas zusammen bewirken. Das haben wir geschafft! Viele Mitglieder kommen von hier und haben ein großes Interesse daran, unsere gemeinsame Idee weiterzuentwickeln, einen lebendigen Ort für Wesenberg entstehen zu lassen“, heißt es weiter.
Jetzt werde dringend finanzielle Unterstützung gebraucht, um das Projekt fortzusetzen. Gesucht werden Menschen, die die Visionen teilen und in der Genossenschaft Anteile zeichnen, spenden oder einfach mitmachen möchten. „Auf unserer soliden Basis und dem gemeinsamen Glauben an unser Potenzial können wir viel erreichen! Bitte unterstützt uns!“
Vor Ostern gab es einen Ideen-Nachmittag zur Entwicklung des Brenn:werk-Geländes…, …bei dem es auch um die Konzeption für den Zukunftsgarten ging. Fotos: brenn:werk e.G.
Für eine Nachricht, so recht zum Sonntag passend, haben die Wesenberger Brenn:werker gesorgt. Es geht um Zuwachs, und der habe Einfluss auf ihre weitere Planung, schreiben sie mir. Genauer geschrieben um ein paar Zauneidechsen. Und noch genauer: Offenbar hat diese Eidechsenfamilie wohl Zuwachs durch die Mitglieder der Genossenschaft bekommen. Die Reptilien sind ihrer Zeit jedenfalls voraus und leben im Zukunftsgarten, der erst noch im Entstehen ist. Für einige Zeit müssen sie nun in ein Ersatzrefugium umziehen, damit der Boden von Schadstoffen gereinigt, der Garten angelegt und ein paar Bäume gepflanzt werden können. Danach dürfen sie wieder zurück in ihr angestammtes Revier.
Und weil wir gerade bei Personalien sind: Die Genossenschaft hat begonnen, auf Instagram Mitglieder vorzustellen, und es werden noch viele folgen. Auch auf der Website www.brennwerk-wesenberg.de unter „Über uns“ finden sie sich.
Die Brenn:werker konnten bei einer Haushaltsauflösung ihre Kammern füllen.Foto: brenn:werk eG
Am Hallenneubau der Alten Brennerei in Wesenberg herrscht Betrieb. Die Fensterbauer beginnen mit dem Einbau der großen Fenster, danach sind eng verzahnt die Elektriker, Trockenbauer und Heizungsinstallateure dran, wie aus dem aktuellen Newsletter der brenn:werk eG hervorgeht. Im Juni könne dann die Nutzung der Halle beginnen, Lesestube und Café aufmachen und auch schon die eine oder andere Veranstaltung stattfinden. In der Brauerei werde zu dem Zeitpunkt hoffentlich Bier gebraut.
Vor zwei Wochen durften die Brenn:werker bei Freunden zu einer Haushaltsauflösung in eine alte Berliner Villa kommen und alles mitnehmen, was nicht mehr niet- und nagelfest war. „Unter anderem haben wir sechs schöne Stühle bekommen, die sich sehr über einen schönen Tisch freuen würden. Wir wollen unser genossenschaftlich geführtes Café mit alten Möbeln bestücken, einerseits um Geld zu sparen und andererseits, weil es uns gefällt, einen solchen modernen Raum mit alten, schönen Möbeln auszustatten“, heißt es im Newsletter.
Deshalb der Aufruf: „Wir suchen alte Tische (am liebsten Ausziehtische), Stühle, Geschirr, Besteck und weiße Tischtücher, sozusagen eine fünffache Aussteuer. Wenn ihr etwas abzugeben hättet, wir würden uns darüber freuen und dann vielleicht auch mit euch gemeinsam an diesen Tischen in unserem Café sitzen. Meldet euch gern bei uns: post@brennwerk-wesenberg.de.“
Wenige Tage nach dem Richtfest für die Halle (Strelitzius berichtete) hat die brenn:werk-Genossenschaft Wesenberg einen weiteren Newsletter veröffentlicht. „Dort, wo später die schönen großen Fenster sein werden, hängen jetzt noch Folien gegen Wind und Wetter. Aber das Aufmaß für die Fenster ist gemacht, und wir rechnen Ende Januar mit dem Einbau“, wird mitgeteilt.
Nun halte erst einmal der Winter Einzug, und der Bau könne trockenfrieren. Auch wenn nicht alles nach Plan lief, sei im zurückliegenden Jahr viel geschafft worden. „Draußen liegen über 6.000 geputzte Ziegelsteine bereit wieder verbaut zu werden. Glas- und Schrottmüll sind beseitigt, Schadstoffe aus der Brennerei raus, Fledermäuse und Zauneidechse für den Artenschutzbeitrag beobachtet und gezählt. Wir haben einen Preis für unseren Zukunftsgarten bekommen, der Bauantrag für die Brauerei ist durch und, und, und…“
Vorstandsmitglied Barbara Toennieshen beweist bei den traditionellen Hammerschlägen unter der Richtkrone Kraft und Augenmaß. Ihr zur Seite vom Vorstand Anna Pelz und Elizabeth Baumann (von vorn) sowie Architekt Wito Tröschel.
Den wenigsten Rohbauten sind gleich zwei Richtfeste beschieden. So geschehen an diesem Wochenende in Wesenberg. Es gab aber auch sehr Besonderes zu feiern. Das Dach über der neuen Mehrzweckhalle mit Galerie der brenn:werk-Genossenschaft an der mehr als 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Brennerei in der Bahnhofstraße ist geschlossen.
Gestern wurde mit den Bauleuten auf das denkwürdige Ereignis angestoßen. Die nahmen allerdings die Richtkrone wieder mit, so dass heute für Mitglieder und Freunde der Genossenschaft eine neue aufgezogen wurde. Und nach Richtspruch, Hammerschlägen und traditionellem Schluck wurden nicht nur wie von alters her das Glas aus luftiger Höhe auf den Boden geworfen, sondern als Zugabe auch noch eine Flasche mysteriösen Getränks, die bei Aufräumarbeiten entdeckt worden war und gut und gern vor vielen Jahrzehnten abgefüllt worden ist. Wenn das kein Glück bringt! Welches die Brenn:werker auch weiterhin bei ihrem ambitionierten Vorhaben in großen Mengen gebrauchen können. Zumal die jüngsten Nachrichten aus der Bundeshauptstadt nicht unbedingt zu Optimismus anregen, was Fördermittel angeht, auf die auch die Genossenschaft dringend angewiesen ist.
Bernhard Keller, Steffen Rißmann und Wito Tröschel (von links).
Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Keller blickte sich einfach nur froh in der neue Halle um, einem „Raum, in dem wir sein und Dinge tun können“. Das sei „schon abgefahren“. Das Projekt voranzubringen, mache jede Menge Spaß, zumal die Initiatoren nach dem Kauf der Brennerei Ende 2021 in Wesenberg großartig aufgenommen worden seien und inzwischen viele Einheimische und Leute aus der Umgebung das Vorhaben mittragen. Die Genossenschaft funktioniere gut, „eine tolle Sache“. Allen voran sei aber dem jungen Architekten und Genossenschaftsmitglied Wito Tröschel zu danken, der mit seiner Diplomarbeit 2017 über die Brennerei den Grundstein gelegt habe.
Visionär Wito Tröschel, gebürtiger Wesenberger, sprach sichtlich gerührt von einem „Herzensprojekt städtischer und regionaler Bedeutung, das Form annimmt und bei dem immer mehr Leute mitmachen“. Mit der Mehrzweckhalle werde „ein großer Schritt hin zu dem getan, was das Brenn:werk werden kann“. Er jedenfalls sei gespannt, was noch alles wird.
Ein Quartier, auf das man stolz sein kann
Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann verwies auf zahlreiche Anbahnungen der Stadt, um das Umfeld des Brenn:werkes aufzuwerten. Entstehen solle „ein Quartier, auf das man stolz sein kann und das Lebensqualität widerspiegelt. Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen hin zu einem fundamentalen Erfolg für Wesenberg und die Kleinseenplatte.“
Irgendwann zwischen Frühjahr und Sommer kommenden Jahres wird die Halle in Betrieb genommen. Sie bietet niedrigschwellig Platz für ein Café, die Stadtbibliothek, Veranstaltungen, Feiern, Kurse und vieles mehr. Hier trifft man sich in Wesenberg. Hinzu kommen ebenfalls im kommenden Jahr ein Biobrauerei und ein Biergarten. Für 2024 stehen Wohnbauten auf dem Programm der Genossenschaft, 2025 soll das historische Hauptgebäude in Angriff genommen werden. Strelitzius wird den Fortschritt hier im Blog weiter begleiten. Und natürlich sucht die Genossenschaft noch mehr Mitglieder und Investoren.
Generalversammlung in der Alten Brennerei.Fotos: brenn:werk e.G.
Die brenn:werk e.G. hat ihr Konzept eines Zukunftsgartens beim Ideenwettbewerb für bürgerschaftliches Engagement in den ostdeutschen Bundesländern eingereicht und prompt einen Preis gewonnen. 1.500 Quadratmeter des Grundstücks an der Bahnhofstraße sollen zu einem Garten umgestaltet werden, der sich an die Klimabedingungen anpasst. Dazu wollen die Brenn:werker Expert:innen befragen und auf die Erfahrungen der heimischen Gärtner:innen zurückgreifen. Welche Bäume und Sträucher kommen besonders gut mit Trockenheit und Hitze klar, welche Pflanzen funktionieren gut in der Kombination miteinander? Naschgarten, Krater- und Kräuterbeete, Schatten unter Bäumen – „das wollen wir mit allen, die darauf Lust haben, gemeinsam entstehen lassen und somit auch das Gelände für Jung und Alt nach außen öffnen“, heißt es im jüngsten Newsletter der Genossenschaft.
Und noch ein Grund zum Feiern gibt es. Die Brauerei hat nun endlich die Genehmigung für die Errichtung einer Modulbrauerei bekommen. Das lässt noch kein Bier fließen, rückt aber das Glas in greifbarere Nähe.
Kräftig voran geht es mit dem Anbau, und so langsam bekommen die Bauherren eine Idee, wo die Reise hin geht mit der Halle. „Wir stehen in den wachsenden Räumen und denken über deren Aufteilung nach“, so die Genossenschafter, die nutzen und vermieten wollen. „In die oberen kleinen Räume haben sich schon viele verliebt.“