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Synagoge Neustrelitz © Stadt Neustrelitz/Stadtarchiv

Die Stadt Neustrelitz und die Kirchengemeinde Strelitzer Land laden am Montag, dem 9. November, um 17 Uhr zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung am Synagogengedenkstein am Alexanderplatz in Strelitz-Alt ein. Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938.

Mit der Veranstaltung soll an die Verfolgung und Entrechtung jüdischer Menschen während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert und zugleich ein Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und das Vergessen gesetzt werden. Die Gedenkveranstaltung wird von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Carolinum mitgestaltet. Mit ihrer Beteiligung leisten die Jugendlichen einen wichtigen Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur und zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte.

Bewegender Dok-Film im Anschluss in der KOF

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung bietet das Kino in der Alten Kachelofenfabrik eine thematisch passende Filmvorführung an. Um 18.30 Uhr wird der Dokumentarfilm „Albrecht Weinberg – ES IST IMMER IN MEINEM KOPF“ von Güner Yasemin Balci und Jesco Denzel gezeigt. Der 90-minütige Dokumentarfilm aus dem Jahr 2026 porträtiert Albrecht Weinberg, einen der letzten lebenden jüdischen Zeitzeugen seiner Generation aus Ostfriesland.

Nach Jahrzehnten in den USA kehrt er nach Deutschland zurück, um seine Lebensgeschichte zu erzählen und seine Erinnerungen für kommende Generationen zu bewahren und sich der politischen Aufklärung der nächsten Generationen zu widmen. Auf sehr sensible Weise begleitet der Dokumentarfilm Albrecht Weinberg in seinen letzten Lebensjahren in Ostfriesland und bei seiner auch mit rund 100 Jahren noch durchgeführten Arbeit als Zeitzeuge.

Es ist ein zurückhaltendes, bewegendes Porträt über einen Menschen entstanden, der nie den Glauben an die Menschheit verloren hat und am Ende seines Lebens unermüdlich unterwegs war, um von seinen Erinnerungen zu erzählen. Er erzählte so anschaulich vom Unbeschreiblichen, wie es nur einer vermag, der durch den tiefsten Abgrund der Menschheit gegangen ist. Der Film wird in der Reihe „Die Erinnerung darf nie enden“ vorgeführt.

„Es ist notwendig, diese Erinnerungsarbeit zu leisten, damit sich solche Verbrechen nicht wiederholen. Nur das Wissen kann verhindern, dass es wieder geschieht. Wir empfehlen sehr, sich mit diesen fast unglaublichen Erfahrungen auseinanderzusetzen“, so Horst Conradt, Kinoleiter in der Alten Kachelofenfabrik.

Albrecht Weinberg an einem Ort des Gedenkens. Foto: mindjazz-Filmverleih