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Im Juni waren in der Seenplatte 299 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Mai, insgesamt 10.711 Bürer. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres sind es 194 Arbeitslose mehr. „Im Juni ist die Arbeitslosigkeit im Seenplattelandkreis den vierten Monat in Folge gesunken. Der saisonal typische Rückgang ist ein ermutigendes Zeichen, das auf eine gewisse Stabilität hinweist. Trotzdem sollten wir die gegenwärtige Situation mit Vorsicht betrachten, da die Dynamik am Arbeitsmarkt nicht mehr so stark ist, wie vor der COVID-19 Pandemie“, sagte der Neubrandenburger Arbeitsagenturchef Thomas Besse heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Der längerfristige Vergleich der Entwicklung der Arbeitslosigkeit – von Mai auf Juni – macht die saisonale Dynamik sichtbar: „Im Juni 2021 verzeichneten wir einen bemerkenswert starken Rückgang der Arbeitslosigkeit mit einem Minus von 819 Personen. Dies war der stärkste Rückgang in den vergangenen acht Jahren. Im Vergleich dazu ist der Rückgang der Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr – mit einem Minus von 250 Personen – deutlich geringer ausgefallen“, betonte Besse.

„Die niedrigeren Rückgänge der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum langfristigen Trend zeigen, dass wir uns möglicherweise in einer Phase des Plateaus befinden. Diese Entwicklung erfordert unsere gesamte Aufmerksamkeit und gemeinsame Anstrengungen – aller relevanten Akteure am Arbeitsmarkt. Dazu werden wir weiterhin eng mit den Unternehmen und anderen relevanten Akteuren zusammenarbeiten, um die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region zu stärken und Arbeitsuchende bestmöglich zu unterstützen.“

Thomas Besse. Foto: B4B MV

„Es ist interessant zu beobachten“, stellte Besse heraus, „dass im Vergleich zum Juni 2021 die Anzahl der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigung beenden konnten, im Juni dieses Jahres deutlich gesunken ist.“ Von 1.169 im Vorjahresmonat auf 692 im aktuellen Juni. Das zeigt die veränderte Dynamik am Arbeitsmarkt aber auch, dass Betriebe im schwierigen Umfeld zurückhaltender bei der Neueinstellung von arbeitslosen Menschen geworden sind.“

Besse erklärte, dass die Ursachen für die nachlassende Dynamik auf dem Arbeitsmarkt in der Region vor allem auf die Folgen des Krieges in der Ukraine, der Inflation und den Problemen in den Lieferketten zurückzuführen sind. Auch machten sich Demografie und der Fachkräftemangel bemerkbar.

Erfreulich sei, so der Agenturchef, dass sich die Zahl der Stellenmeldungen weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt. Das zeige die relativ hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Seit Jahresbeginn wurden den beiden Arbeitgeberservice-Teams von Arbeitsagentur und Jobcentern im Landkreis knapp 2.950 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. „Allein im Juni haben unsere Arbeitgeberservice-Teams 469 freie Stellen akquiriert. Nur 43 weniger als im Vorjahreszeitraum“, so Besse

Verarbeitendes Gewerbe, Pflege- und Gesundheitsbranche am stärksten von Fachkräfteengpässen betroffen

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mangelt es an Fachkräften. Vor allem im Bau- und verarbeitenden Gewerbe sowie in sozialen und technischen Berufen fehlen qualifizierte Menschen. Um dieser Situation erfolgreich zu begegnen, intensivieren die Arbeitsagentur und die Jobcenter im Landkreis ihre Bemühungen zur Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten. „Die Pflege sowie das verarbeitende Gewerbe gehören seit vielen Jahren zu den Engpassberufen im Seenplattelandkreis. Nicht viel besser sieht es aus bei den Verkehrs- und Logistikberufen, Bau- und Ausbauberufen sowie IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen sowie bei den Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen. Auch hier ist der Bedarf an Fachkräften ungebrochen hoch“, sagte Besse. Seit Monaten übersteigt die Zahl der gemeldeten Stellen – für Fachkräfte – die Zahl der Arbeitslosen. Allerdings: Bei den weniger qualifizierten Hilfskräften ist die Situation umgekehrt. Hier gibt es mehr Bewerber als Stellen. Deshalb ist die Qualifizierung für den Arbeitsagenturchef „eine entscheidende Säule.“ Wir müssen uns noch mehr auf die Förderung von Bildung – auch im Betrieb – konzentrieren, um sicherzustellen, dass die Arbeitskräfte den Anforderungen des sich wandelnden Arbeitsmarktes gerecht werden können.“

Zum Abschluss ging Besse auf die Entwicklung am Ausbildungsmarkt im Seenplattelandkreis ein. „Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres. Aber: Der Ausbildungsmarkt bietet weiterhin Chancen für alle, die noch auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle sind. Es gibt noch so viele Unternehmen, die interessante Ausbildungsplätze anbieten. Darum kann ich denen, die bisher vergeblich eine Lehrstelle gesucht haben, nur empfehlen: Meldet Euch bei der Berufsberatung. Nutzt darüber hinaus für die Ausbildungssuche die AzubiWelt-App der Bundesagentur für Arbeit. Die App ist kostenlos und wurde gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern entwickelt. Es gibt die App für Smartphones mit Apple oder Android Betriebssystem. Und wer noch Tipps rund um das Thema Bewerbung benötigt, ist auf der Seite www.planet-beruf.de genau richtig.

Fachkräftesicherung: Berufsabschlüsse erfolgreich gestalten – mit Assistierter Ausbildung

„Ich möchte an die Personalverantwortlichen appellieren“, unterstrich Besse, „nutzen Sie, neben der Einstiegsqualifizierung (EQ), das Instrument der ‚Assistierten Ausbildung‘. Mit der Assistierten Ausbildung unterstützen wir Sie und Ihre Nachwuchskräfte auf dem Weg zum Berufsabschluss. Wir helfen Ihnen dabei, dass Ihre Auszubildenden ihre Lehre erfolgreich abzuschließen. Auch Ihr Unternehmen kann davon entscheidend profitieren! Wenden Sie sich bei Fragen gerne an unsere Arbeitgeberservice-Teams von Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis. Dort werden Sie kompetent beraten.“