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Die Ausstellung „manna.30“ von Simone de Saree ist vom 16. September bis zum 13. November in der Fabrik.Galerie für gegenwärtige Kunst der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz zu sehen. Vernissage ist am morgigen Freitag um 19.30 Uhr 

Samtig legt sich das Kobaltblau auf das weiche Büttenpapier, und in würdevoller Kontemplation leuchten die Menschen, die Simone de Saree während ihrer Arbeit als Fotografin für ein Entwicklungshilfe-Team in Kamerun 2017 abgelichtet hat, aus diesem Blau heraus auf.

Die künstlerische Druckmethode, welche die de Saree hierfür nutzt, ist selten und trägt den wenig aufschlussreichen Namen „Intagliotypie“, eines im Vergleich zu anderen Tiefdruckverfahren (beispielsweise der Aquatinta), die auf den Einsatz von Säuren, Terpentin und Spiritus setzten, sehr  umweltfreundlichen Polymertiefdruckverfahrens. Es erlaubt der Künstlerin auch fotografische Details durch die Kontaktbelichtung auf eine mittels eines speziellen Fotopolymerfilms sensibilisierte Druckplatte zu übertragen und weiter zu bearbeiten.

Doch Simone de Saree schafft es sehr eindrucksvoll, diesen sehr technisch wirkenden Prozess nicht zu einem bloßen Vervielfältigungsverfahren ihrer fotografischen Bilder werden zu lassen, denn sie kombiniert in ihren Werken dieses Verfahren mit der Monotypie, einem spontanen Druckverfahren, mittels der die Künstlerin in Duktus, Akzentuierung von malerischer Details und  Handschrift jeden ihrer Drucke zu einem einzigartigen Original macht. In den Werken dieser dritten, in sich geschlossenen manna-Serie, genannt „manna 3.0“, welche nun auf Cyanotypien aufbauen, setzt sie besonders auf den Einsatz dieses auratisch wirkenden Kobaltblaus und dem leuchtenden warmen Gelb, das ein Verweis auf die Farben Kameruns bietet. Auch dreht sie die Farbwerte, im Vergleich zu den vorangegangenen manna-Serien um und schafft damit sehr intensive und eindrucksvoll warme Portraits der Menschen, die sie dort kennengelernt hat. 

Projektidee mit Neustrelitzer Musikern

Den Anstoß für diese neue Serie bot sich durch eine künstlerische Idee mit den Neustrelitzer Musikern Beate Richter, Michael Rappolt und Friedhelm May, die in dem interdisziplinären „manna- Das Kamerun Projekt“ umgesetzt worden ist (Uraufführung 21. Oktober, 19.30 Uhr in der Fabrik. Scheune). Und so können Besucher der Ausstellung „manna 3.0“ nicht nur druckfrische Arbeiten der Künstlerin Simone de Saree entdecken, sondern auch weitere interdisziplinäre künstlerische Vertiefungen in das Land Kamerun und persönliche Begegnungen vor Ort erfahren. Über diese und auch über ihr eindrucksvolles Oeuvre wird die Künstlerin in einem Gespräch zur Ausstellungseröffnung am Abend des 16. September ab 19.30 Auskunft geben.

Die Ausstellung ist darüber hinaus noch bis zum 16. November 2022 von Dienstag bis Sonntag 17-22 Uhr, sowie Samstag und Sonntag auch von 12-14 Uhr zu besichtigen.